„Time is brain“: Zeit ist ein entscheidender Faktor für eine optimale Schlaganfallversorgung. Je früher adäquat auf einen Schlaganfall reagiert wird, desto besser erholt sich der Patient in der Regel. Um die schnelle und umfassende Schlaganfallversorgung noch besser zu gewährleisten, gibt es so genannte Stroke Units (Schlaganfalleinheit).

Das rasche Handeln bei ersten Symptomen beginnt mit einem schnellen Notruf (112), dem Transport in die Klinik und der entsprechenden Infrastruktur im Krankenhaus. Stroke Units (Schlaganfall-Einheiten) sind Stationen, die auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten spezialisiert sind. Ein umfassendes Behandlungskonzept führt die Patienten einer fachübergreifenden Therapie zu.  Neurologen, Internisten, Gefäß- und Neurochirurgen sowie Radiologen arbeiten eng zusammen, um die beste Behandlungsstrategie festzulegen. Alle notwendigen therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen stehen zur Verfügung. Eine Überwachung der Patienten ist rund um die Uhr möglich. Physio- und Ergotherapie, Logopädie und entsprechend weitergebildete Pflegekräfte beginnen bereits in den ersten Behandlungstagen mit einer frühen Rehabilitation. Zudem zielt das Konzept der Behandlung auch auf die Vermeidung von Komplikationen ab.

Die Chance, einen Schlaganfall zu überleben und keine Behinderungen davon zu tragen erhöht sich durch die Behandlung in einer Stroke Unit um 25 Prozent. Daher wird seitens der Fachgesellschaften eine Behandlung von akuten Schlaganfallpatienten in entsprechend spezialisierten Einheiten dringend empfohlen.

Von der Stroke Unit werden die Patienten in der Regel auf eine Normalstation oder direkt in eine Rehabilitationseinrichtung verlegt.

Das Konzept der „Schlaganfall-Einheiten“ stammt ursprünglich aus den USA. Hier entstanden die Stationen in Anlehnung an sogenannte „coronary care units“, Stationen zur Behandlung von Menschen mit Herzinfarkt. Erste Stroke Units in Deutschland entstanden Mitte der 90er Jahre.

  • Neurologische und internistische Untersuchungen
  • Lysetherapie
  • Computertomographie (CT) und Kernspintomographie (MRT) des Kopfes
  • Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Blutgefäße
  • Gefäßdarstellung der hirnversorgenden Gefäße  mit Kontrastmittel (Angiographie,  CT- und MR-Angiographie)
  • Herz-Ultraschalluntersuchung  (Echokardiographie und transösophageale Echokardiographie)
  • Langzeit-EKG
  • Behandlung von symptomatischen Stenosen der Halsschlagader (mit Gefäßprothese oder operativ)
  • Verschluss eines PFOs (angeborene Verbindung zwischen dem rechten und linken Vorhof des Herzens)
  • Monitorüberwachung von Herzfrequenz, Rhythmus, Atmung und Blutdruck sowie Überwachung und Kontrolle des Blutzuckers, der Bewusstseinslage und der Körpertemperatur
  • Physio-, Ergo- Logopädie und Atemtherapie
  • Diabetesberatung