Innovative Integrationshilfe: Zehn Jahre FlexsIS an der Siedlungsschule Speyer

Das von den Diakonissen Speyer gemeinsam mit dem Jugendamt Speyer und der Schulleitung der Realschule plus Siedlungsschule konzipierte und umgesetzte Modell FlexsIS (Flexible strukturierte Integrationshilfe in Schulen) feierte mit einem Festakt sein zehnjähriges Bestehen. Das Angebot ermöglicht Schülerinnen und Schülern mit Unterstützungsbedarf die Teilhabe am schulischen Leben – sowohl durch Integrationshilfe im Unterricht als auch durch soziale Gruppenarbeit.

Claudia Völcker (Leiterin Kinder- und Jugendhilfe Diakonissen Speyer) bei ihrem Grußwort vor den Gästen des Festakts in der Mehrzweckhalle der Siedlungsschule.

„Jugendhilfe ist kein Kostenfaktor, sie ist eine Investition in unsere Zukunft“, betonte Bürgermeisterin Monika Kabs, die als frühere Schulleiterin eine besondere Beziehung zur Siedlungsschule hat, zum Auftakt des Festakts zum FlexsIS-Jubiläum. In der Mehrzweckhalle der Schule kamen rund 50 geladene Gäste zusammen, darunter Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Kabs‘ Nachfolger im Bürgermeisteramt, Prof. Dr. Alexander Schubert, Jugendamtsleiter Georg Lehnen-Schwarzer sowie Vertreter:innen von Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Lehrerkollegium, Schulelternbeirat, Kinder- und Jugendhilfe der Diakonissen Speyer sowie rund 50 Schüler:innen.

FlexsIS besteht aus zwei Elementen: Integrationshilfe im Unterricht und sozialer Gruppenarbeit nach Schulschluss. Dabei ist das zwölfköpfige Team aus sozialpädagogischen Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe der Diakonissen Speyer stets vor Ort und, wie zahlreiche Redner:innen bestätigten, fester Bestandteil der Schule. So können Schüler:innen frühzeitig begleitet werden, bevor Probleme überhand nehmen. „Prävention ist hier kein abstrakter Begriff, sondern konkrete Praxis“, fasste es Schulleiterin Barbara Ebrecht zusammen. 

Was FlexsIS im Leben von Schüler:innen bewirken kann, wurde in einer Gesprächsrunde mit FlexsIS-Team, Eltern und Schülern deutlich. Daniela Vogel ist Mutter einer Siebtklässlerin, die beeinträchtigt ist, ihre Familie hat sich bewusst für den Weg der Inklusion entschieden, den die Siedlungsschule bietet. Sie hob die gute Zusammenarbeit von FlexsIS-Team, Kollegium, Schulleitung und Eltern hervor, bei der stets das Kind im Mittelpunkt stehe und kam zu dem Schluss „hier wird Inklusion gelebt“. Aus Schülerperspektive sprach Lars, der sechs Jahre lang durch FlexsIS begleitet wurde und nun eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner macht. Er resümierte: „Je älter ich wurde, desto mehr habe ich das Angebot wertgeschätzt“. 

FlexsIS wurde Anfang 2016 als Projekt im Auftrag des Jugendhilfeausschusses der Stadt Speyer gestartet, den Impuls gab die damalige Jugendamtsleiterin und heutige Leiterin der Kinder- und Jugendhilfe der Diakonissen Speyer, Claudia Völcker. Auf Grundlage der wissenschaftlichen Evaluation durch das Institut für sozialpädagogische Forschung in Mainz wurde FlexsIS 2019 wegen seines Erfolgs und seiner nachhaltigen Wirkung strukturell verankert. Vorteile sieht Initiatorin Claudia Völcker auf allen Seiten: So biete FlexsIS durch das feste Vor-Ort-Team eine bestmögliche Begleitung der Kinder und Jugendlichen und wirke nicht stigmatisierend. Außerdem sei es auch kostengünstiger im Vergleich zu mehreren parallel laufenden 1:1-Betreuungen. „Das Konzept von FlexsIS ist inzwischen über die Stadt- und Landesgrenzen bekannt für seine wirksame Verzahnung von Schule und Jugendhilfe“, so Völcker.