Arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) der Beinschlagadern

Bei Engstellen oder Verschlüssen der Beinarterien kommt es zur Minderdurchblutung der Muskulatur. Der Patient muss dann oft stehen bleiben, weil die Beine schmerzen oder kraftlos werden ("Schaufenster-Krankheit" oder "Claudicatio intermittens").

Schreiten die Gefäßveränderungen voran, kommt es zu Ruheschmerzen in den Füßen. Der Patient lässt dann die Beine aus dem Bett hängen, um schmerzfrei schlafen zu können. Im Endstadium stirbt das Gewebe an den Füßen ab (sog. Gangrän). Unkomplizierte Engstellen oder Verschlüsse der Beinschlagadern werden in örtlicher Betäubung aufgedehnt. Komplizierte Verschlüsse werden gefäßchirurgisch mittels Bypasses aus körpereigener Vene oder einem Kunststoff-Ersatzmaterial (z. B. Teflon) behandelt.

Seit über 10 Jahren werden in Speyer die wegweisenden, sog. "Hybrideingriffe" durchgeführt. Dabei werden offene chirurgische und so genannte endovaskuläre Techniken kombiniert.

Behandlungsverfahren

Die Tendenz in der Gefäßchirurgie geht immer mehr hin zu den sog. endovaskulären Verfahren, d. h. Aufdehnung von Engstellen mit Ballonkathetern und ggf. Implantation von so genannten Stents (Metallgitter zum Offenhalten der Schlagadern).

Die offenen chirurgischen Techniken werden dadurch zwar nicht überflüssig. Aber sie werden seltener als bisher als erste Behandlungsmaßnahme eingesetzt und sondern kommen erst zum Zug, wenn endovaskuläre Verfahren nicht mehr greifen.

In der gefäßchirurgischen Klinik werden jährlich über 1.000 solcher Aufdehnungen an den Becken- und Beinschlagadern, der Aorta und den Halsschlagadern durchgeführt.

Mehr als die Hälfte aller Verschlussprozesse der Becken- und Beinschlagadern werden heutzutage endovaskulär (Ballonkatheter, Stent) beseitigt.

Voraussetzung ist eine optimale apparative Ausstattung im OP-Saal. Komplizierter sind die Verschlussprozesse im Unterschenkel. Gerade bei Zuckerkranken müssen oftmals bei langstreckigen Arterienverschlüssen Bypasses zum Fuß hinunter angelegt werden, was bei uns bis 200mal im Jahr durchgeführt wird. Eine intraoperative Kontrolle durch eine Angiographie ist zwingend notwendig.

Bei langstreckigen Verschlüssen der Ober- und Unterschenkelarterien haben sich Bypasses seit Jahrzehnten bewährt. Sie sollten vorwiegend aus körpereigener Vene bestehen, die im Rahmen einer Bypassoperation aus dem Bein entnommen wird. Jährlich werden im Oberrheinischen Gefäßzentrum Speyer-Mannheim ca. 500 Bypassoperationen durchgeführt.

In idealer Weise kann man bei Verschlussprozessen der Beinschlagadern offene mit endovaskulären Techniken verknüpfen, so dass weniger Schnitte notwendig sind, das Operationstrauma für den Patienten also viel geringer ist als durch reine Operationen. In Speyer werden etwa 400 solcher "Hybrideingriffe" pro Jahr durchgeführt.

Eine vernünftige Kombination aus Bypasschirurgie, intraoperativer Aufdehnung, Wundreinigung und kleinen Amputationen am Fuß (sog. Hybrid- und Kombinationseingriffe) ist das Besondere in Speyer.

Alles wird möglichst während eines Eingriffes erledigt: diagnostische Angiographie in Aufdehnungsbereitschaft, ggf. Bypassanlage, Wundreinigung und/oder Amputation am Fuß, ggf. Vakuumverband. Das bewahrt den Patienten vor mehreren Aufenthalten im OP, und er benötigt nur eine Narkose. Jährlich werden im oberrheinischen Gefäßzentrum Speyer-Mannheim rund 500 Hybrid- und rund 800 Kombinationseingriffe durchgeführt.