„Selbstbestimmt leben, so lange es geht“, gab Bianca Pfeuffer, Vorstand Unternehmensentwicklung der Diakonissen Speyer, als Devise für das neue Servicewohnen am Wolffstift aus. Der Träger baut in zentraler Lage 44 barrierefreie Wohnungen für Seniorinnen und Senioren, im Erdgeschoss des Neubaus sind zwei Gewerbeeinheiten für medizinische und gesundheitsnahe Dienstleistungen geplant. Eine Tiefgarage ermöglicht komfortablen Zugang zum Gebäude, durch eine Verbindung zum Haupthaus können Mieterinnen und Mieter trockenen Fußes ins Wolffstift gelangen, um beispielsweise in der Cafeteria zu essen oder an Veranstaltungen teilzunehmen.
Um den offiziellen Beginn des Bauprojekts zu feiern, waren rund 40 geladene Gäste vor Ort, darunter Kirchheimbolandens Bürgermeister Dr. Marc Muchow, der Erste Beigeordnete Michael Ruther sowie der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde, Franz Röß, Mitglieder des Vorstands der Diakonissen Speyer, Vertreter:innen von Verwaltung und Kirche, von Kooperationspartnern und Dienstleistern des Wolffstift, aus Einrichtungen und Mitarbeitendenvertretungen der Diakonissen Speyer sowie der am Bau beteiligten Unternehmen. Bürgermeister Dr. Marc Muchow verwies auf die vielfältige Historie des Baufeldes – von Einzelhändlern bis zur Diskothek, deren bunte Wände in der Baugrube sichtbar sind. Das Servicewohnen-Projekt bezeichnete er als „absoluten Glücksfall für die Stadt.“
Einrichtungsleitung Ulrike Koch betonte, dass sich im Alter die Ansprüche an das Wohnumfeld verändern. „Viele Menschen wünschen sich ein Zuhause, das größtmögliche Selbstständigkeit mit der Sicherheit und Unterstützung verbindet, die sie benötigen“, so Koch. „Genau diese Bedürfnisse erfüllt unser neues Servicewohnen.“ Bislang verfügt die Einrichtung über 16 Servicewohnungen, davon acht Appartements und acht „Dachhäuser“ auf dem Flachdach des Gebäudes. Die Warteliste ist stets gut gefüllt, auch eine vom Träger beauftragte Standortanalyse zeigte: Für hybride Pflegekonzepte wie Servicewohnungen werde die Nachfrage weiter steigen.
In den Jahren 2011 und 2012 hatten die Diakonissen Speyer die beiden ans Wolffstift angrenzenden Grundstücke erworben. Der Bau von Servicewohnungen auf dem Gelände stand von Beginn an als Option im Raum, konkrete Planungen wurden ab Mai 2022 verfolgt – stets mit Unterstützung und in guter Zusammenarbeit mit Bürgermeister, Stadtrat und Verwaltung. Nach dem Spatenstich unterzeichneten Bürgermeister und Diakonissen-Vorstand vor Ort den finalen Durchführungsvertrag zum Bebauungsplan, der noch am selben Abend vom Stadtrat verabschiedet wurde. Im Anschluss fasste der Stadtrat auch den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan.
Der viergeschossige Bau orientiert sich in der Höhe am historischen Wolffstift und fügt sich harmonisch ins Stadtbild ein. Wie alle Neubauprojekte der Diakonissen Speyer erfüllt das Gebäude den sehr hohen energetischen Standard Effizienzgebäude 40 EE. „Das bedeutet, dass wir jetzt mehr investieren, was sich angesichts konstant steigender Energiepreise aber rentieren wird“, informierte Architekt Armin Werner, Leiter Bau und Technik der Diakonissen Speyer. Der Standard liegt über den gesetzlichen Vorgaben, der Neubau verbraucht nur 40 Prozent der zulässigen Energie. Beim Heizen kommen Luft-Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz, auf dem begrünten Dach wird eine Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung eingesetzt. Die Fertigstellung ist nach 18 Monaten Bauzeit geplant, die Kosten für das Bauprojekt belaufen sich auf rund 10 Millionen Euro.


