Zwar hatte das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit in Mainz eine Regio-klinik für 2027 bereits ausgeschlossen, aber für die Folgejahre noch keine verbindliche Aussage getroffen. „Wir können nachvollziehen, dass das Ministerium die Gesundheitsversorgung in der gesamten Region betrachten muss“, stellt Udo Langenbacher, Vorstand Finanzen der Diakonissen Speyer, in deren Trägerschaft sich das Krankenhaus befindet, klar. Eine Entscheidung für das Evangelische Krankenhaus Bad Dürkheim hänge daher auch von der Entwicklung des Krankenhauses in Neustadt an der Weinstraße ab, wo ein Neubau geplant, aber bisher nicht umgesetzt ist.
„Gleichzeitig braucht es eine Perspektive, die der Verunsicherung in der Bevölkerung und unter den Mitarbeitenden entgegenwirkt. Deshalb gehen wir rein in die Gestaltung und konkretisieren die Zukunft unseres Krankenhauses“, gibt Langenbacher bekannt.
Um der stationären Versorgung im Evangelischen Krankenhaus eine Zukunftsperspektive zu geben, haben Krankenhausleitung, Chefärztinnen und Chefärzte ein Zukunftskonzept entwickelt, das direkt auf die Bedürfnisse einer älter werdenden Bevölkerung reagiert. Kernidee ist die Einrichtung eines Zentrums für Orthopädische Chirurgie, Alterstraumatologie und Altersmedizin mit angeschlossener Palliativmedizin und Schmerztherapie. „Damit setzen wir auf ein starkes Behandlungsangebot, das uns das Ministerium bei der Zuteilung der Leistungsgruppen rund um den künstlichen Gelenkersatz von Knie und Hüfte an die Hand gegeben hat“, erklärt Geschäftsführer Christoph Patzelt.
Außerdem ist eine Weiterentwicklung der Akutpsychosomatik angedacht. „Wenn wir unser besonderes Modell, das wir seit Jahren erfolgreich in der Psychosomatik umsetzen, um den Bereich der Alterspsychosomatik ergänzen, zieht es Patientinnen und Patienten aus der gesamten Region an“, so Patzelt.
In allen anderen Bereichen, insbesondere für die Intensivmedizin und die Notfallambulanz, sieht Patzelt weiterhin Bedarf: „Wie viel Notfallmedizin wir künftig brauchen, werden wir feststellen, wenn die Detailplanung für unser Zukunftskonzept abgeschlossen ist.“ Er verstehe, dass das Thema in der Bevölkerung mit Sorge betrachtet werde, wolle und müsse aber ehrlich bleiben. „Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Veränderungen in der Notaufnahme geben. Wir gehen mit Augenmaß vor und haben die Belange der Bürgerinnen und Bürger im Blick. So halten wir am Notarztstandort an unserem Krankenhaus fest. Gleichzeitig müssen wir aber auch das wirtschaftliche Fundament unseres Krankenhauses beachten.“
Zunächst soll die Spezialisierung weiterhin unter dem Dach eines allgemeinen Krankenhauses vorangetrieben werden. „Wir könnten uns sehr gut eine stärker spezialisierte Klinikstruktur vorstellen und sind dazu mit dem Ministerium im Gespräch“, sagt Langenbacher. Unabhängig von den noch offenen gesetzlichen Rahmenbedingungen auf Bundesebene braucht es bereits jetzt ein tragfähiges Konzept für die zukünftige Ausrichtung des Standorts. „Wir machen uns nun auf den Weg und stärken unser Behandlungsangebot in den Bereichen, in denen die Nachfrage perspektivisch wachsen wird“, kündigt Patzelt an.
