In unserer Abteilung für Akutpsychosomatik behandeln wir Patientinnen und Patienten mit ausgeprägten Störungen des körperlichen und /oder seelischen Erlebens, die durch organische Erkrankungen nicht ausreichend erklärt werden können. Unser Bad Dürkheimer Modell, mit dem wir 2002 in die Versorgung gegangen sind, ist inzwischen gut evaluiert und sehr erfolgreich.

Unser Ziel ist es, die häufig lange Verzögerung vom ersten Auftreten der Symptome bis zu einer fachgerechten psychosomatischen Behandlung für unsere Patienten zu verkürzen. Mit einem rund dreiwöchigen, sehr intensiven Behandlungsprogramm bieten wir niederschwellige Hilfe an. Wir verstehen uns als Weichensteller für möglicherweise erforderliche weitere Behandlungen.

Einige unserer Mitarbeitenden sind als Dozenten und Supervisoren im Institut für klinische Verhaltenstherapie (IFKV) in Bad Dürkheim tätig. Zudem kooperieren wir mit der psychologischen Fakultät der Universität Mannheim bei klinische Lehrveranstaltungen.

 

Der Begriff Psychosomatik steht für eine ganzheitliche Betrachtungsweise in der Medizin. Psychosomatik versucht, Krankheiten in all ihren Dimensionen zu verstehen, und geht von einem biopsychosozialen Modell aller Erkrankungen aus. Das heißt, dass sowohl Ursachen als auch Auswirkungen von Erkrankungen gleichermaßen im Hinblick auf den Körper, seelische Folgen und die soziale Situation berücksichtigt werden.

Dieses Grundverständnis spiegelt sich darin wider, dass unsere akutpsychosomatische Abteilung in die internistische Abteilung unseres Krankenhauses eingebettet ist und sehr intensiv mit dieser kooperiert. Zudem steht unser psychosomatisches Fachpersonal für konsiliarische Untersuchungen und Beratungen aller anderen Fachabteilungen in unserem Hause zur Verfügung.

Als medizinischer Fachbereich behandelt die Psychosomatik Störungen des körperlichen und seelischen Wohlbefindens, für die sich keine ausreichende körperliche Erklärung finden lässt. Wesentlicher Bestandteile der psychosomatischen Behandlung sind das psychotherapeutische Gespräch sowie psychotherapeutische Gruppenangebote.

Im Sinne der ganzheitlichen Herangehensweise ist die Psychotherapie eng vernetzt mit der medizinisch-somatischen Behandlung – sofern dies notwendig erscheint mit sozialtherapeutischen/sozialarbeiterischen Interventionen.

Psychosomatische Erkrankungen neigen zu chronischen Verläufen. Nicht selten kommt es zu zahlreichen (auch unnötigen) medizinischen Untersuchungen. Es vergeht viel Zeit, bis eine spezifische psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung beginnt.

Bei klassischen psychosomatischen Beschwerden – sogenannten somatoformen Störungen (unklare Magen-Darm oder Herzkreislaufbeschwerden, quälende krankheitsbezogene Ängste) – liegen zwischen dem ersten Auftreten der Symptome bis zu einer psychosomatischen Behandlung nach wie vor mehr als fünf Jahre. Dies liegt zum einen daran, dass diese Störungen oft zu spät erkannt werden. Zum anderen ist die Hemmschwelle für eine psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung nach wie vor relativ hoch.

Hier setzt unser akutpsychosomatisches Bad Dürkheimer Modell an, das im Jahre 2002 begonnen wurde: Durch die enge Kooperation mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ermöglichen wir einen niederschwelligen Zugang zu einer psychosomatischen Behandlung. Dieser kommt auch dadurch zum Tragen, dass unsere Behandlungszeiten in der Regel auf drei Wochen begrenzt sind.

Damit die Beschwerden nicht chronisch werden und Patienten frühzeitig Hilfe erhalten, beginnen wir auch bei akuten Lebenskrisen rasch mit der Behandlung. Hierfür sind jedoch gewisse Voraussetzungen notwendig. In folgenden Fällen können wir keine Hilfe anbieten

  • Akute Psychosen
  • Demenzerkrankungen
  • Floride Suchterkrankungen
  • Akute Suizidalität

Wir erkennen und behandeln ganzheitlich und frühzeitig und stellen – wo nötig – Weichen zur Weiterbehandlung. Ein Teil unserer Patientinnen und Patienten ist mit einem stationären Aufenthalt ausreichend unterstützt, andere benötigen eine ambulante Psychotherapie oder eine psychosomatische Rehabilitationsbehandlung. Selbstverständlich unterstützen wir unsere Patientinnen und Patienten bei der Organisation weiterführender Maßnahmen.