Das künstliche Sprunggelenk

Das obere Sprunggelenk bildet die Gelenkverbindung zwischen Sprungbein (lat. Talus), Wadenbein (Fibula) und Schienbein (Tibia). Dieses Gelenk ist ein Scharniergelenk und ermöglicht es uns den Fuß zu beugen und zum Körper hinzuziehen. Das untere Sprunggelenk verbindet das Sprungbein mit dem Fersenbein und der Fußwurzel. Hierbei sichert dieses die Bewegung des Fußes und des Sprunggelenkes nach innen und außen.

Im Zusammenspiel des Sprunggelenkkomplexes mit den vielen umliegenden Sehnen und Bändern wird eine dreidimensionale Gesamtbeweglichkeit ermöglicht und dadurch die Stand–, Schwung– und Gangphase stabilisiert.

Eine Arthrose des Sprunggelenkes ist selten (ca. 1% der Bevölkerung) und betrifft in den meisten Fällen das obere Sprunggelenk. Ursachen sind u.a. die natürliche Abnutzung des Gelenkes, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, unfallbedingte Fehlstellungen, aber auch Fehlstellungen, die aus der Wachstumsphase im Kindes– und Jugendalter resultieren. Liegt eine Arthrose vor, schränkt diese die Mobilität des Menschen oftmals in erheblichem Ausmaß ein, da das natürliche Abrollen und die Belastung des Fußes schmerzbedingt nur noch eingeschränkt möglich sind.

Im Endstadium verliert das Sprunggelenk schließlich seine kosmetische Kontur aufgrund von andauernden Schwellungen und verursacht Schmerzen sowohl bei Bewegung als auch in Ruhe oder zur Nacht. Konservative Maßnahmen als Dauerlösung sind dann erfahrungsgemäß nur wenig vielversprechend. Die operativen Möglichkeiten einer Behandlung bestehen aus zwei Optionen:                   

  • Erstens der Versteifung des oberen Sprunggelenkes oder    
  •  zweitens die Implantation eines künstlichen oberen Sprunggelenkes.

Eine solche Sprunggelenkprothese besteht, genau wie eine Knieprothese, aus drei Bestandteilen. Diese drei Komponenten werden an den ehemaligen Gelenkflächen der Knochen angebracht und heilen durch eine biologische Beschichtung am Knochen ein. Die nachfolgende Rehabilitationsbehandlung unterstützt das Zusammenspiel zwischen dem Gelenkersatz und dem umliegenden Muskel– und Sehnenapparat. Die stetige Weiterentwicklung des Gelenkersatzes am oberen Sprunggelenk zeigt in den aktuellen Untersuchungen sehr gute mittel– bis langfristige Ergebnisse, sodass dieses Verfahren eine vielversprechende Alternative darstellt, um die schmerzfreie Gehfähigkeit wiederherzustellen.