Das künstliche Schultergelenk

Das Schultergelenk, auch Glenohumeralgelenk (lat. Articulatio humeri) genannt, ist ähnlich wie das Hüftgelenk ein Kugelgelenk. Das Schultergelenk wird vom Oberarmkopf und der Gelenkpfanne des Schulterblattes gebildet. Aufgrund seiner komplexen Architektur ist das Schultergelenk das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Bei vielen Gelenken wird die Führung von knöchernen Strukturen übernommen. Das Schultergelenk erhält seine besondere Beweglichkeit dadurch, dass die Gelenkführung im Wesentlichen durch weichteilige Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Bänder erfolgt.

Wie bei jedem anderen Gelenk kann es auch im Schultergelenk zu einem Verschleiß, also einer Arthrose (sogenannte „Omarthrose“) kommen. Diese kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine Arthrose entsteht nicht nur durch die Abnutzung der Gelenkflächen (Kopf und Pfanne), sondern auch z.B. als Folge von Verletzungen der Sehnen welche das Gelenk führen (Rotatorenmanschettendefekte). Diese kann eine Instabilität in den Bewegungsabläufen nach sich ziehen.

Unabhängig von der Ursache der Arthrose, äußert sich diese häufig in typischen Schmerzen, die zunächst bei Bewegung und Belastung auftreten, im Endstadium jedoch auch in Ruhe und nachts auftreten und mit einer zunehmenden Bewegungseinschränkung einhergehen. Zusammengefasst kommt es schleichend zu einer zunehmend störenden Einschränkung in der Alltagsgebrauchsfähigkeit.

Hat sich eine solche Arthrose am Schultergelenk entwickelt, ist die operative Therapie mittels endoprothetischem Gelenkersatz Therapie der Wahl. Aufgrund der stetigen Forschung und Weiterentwicklung in der Endoprothetik, ist es zu zahlreichen und deutlichen Verbesserungen auch in der Schulterendoprothetik gekommen. Abhängig von der Ursache der Omarthrose stehen uns heute verschiedenste, zum Teil sehr knochensparende Implantate zur Verfügung. Auch bei anstehenden Wechseloperationen (Revisionen) können diese einfach nach einem Baukastenprinzip gewechselt oder ergänzt werden.

Bei Schulterendoprothesen nähern sich die Standzeiten mittlerweile den guten Ergebnissen der Knie- und Hüftendoprothetik an.

Neben einer Verbesserung der Schmerzsymptomatik und Beweglichkeit kann oft auch nach entsprechender intensiver Rehabilitation eine erneute Sportfähigkeit erreicht werden, sodass beispielsweise Wandern, Nordic Walking, Tennis und Golf wieder durchgeführt werden können.