Leber- und Lungenmetastasen

Der Befund von Leber- und/oder Lungenmetastasen bedeutet, dass die Erkrankung fortgeschritten ist.

Unterschieden wird zwischen einer synchronen Metastasierung, bei der die Metastasen zusammen mit der Diagnose des Primärtumors gefunden werden und der metachronen Metastasierung bei der die Metastasen im Rahmen der Nachsorge gefunden werden. Weiter wird zwischen einer diffusen Metastasierung und einer Oligometastasierung unterschieden bei der eine bis maximal vier Metastasen vorliegen. Verständlicherweise fragen sich viele Betroffene ob es überhaupt Behandlungsmöglichkeiten gibt, oder dass sich der Krebs weiter ausbreitet?

Diese Fragen lassen sich nicht mit einem Satz beantworten, da es von Bedeutung ist, um welchen Primärtumor es sich handelt und in welchem Zustand der betroffene Patient ist. Es gibt einige Patienten, bei denen sich Leber- und Lungenmetastasen vollständig entfernen oder zumindest für längere Zeit zurückdrängen lassen. Es gibt jedoch auch Patienten mit Krebsarten, bei denen sich Lebermetastasen nur sehr schwer behandeln lassen. Für Betroffene geht es dann eher darum, Beschwerden zu lindern und in dieser Lebensphase eine möglichst gute Lebensqualität zu erzielen.

Anhand unserer Untersuchungsmethoden stellen wir fest wo und wieviele Metastasen vorhanden sind und ob bei metachronen Metastasen(s.o.) der Tumor auch an seiner ersten Auftretensstelle wieder aufflackert. Die Metastasierung wird durch Probeentnahme gesichert, um sicher zu sein, dass keine andere Veränderung vorliegt. Hierzu kommen der Ultraschall, die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz.

Alle Patienten mit einer Metastasierung werden vor einer Therapiemaßnahme in der wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt. Hier wird ein den Leitlinien der Fachgesellschaften entsprechender, den individuellen Verhältnissen der Patienten angepasster Behandlungsplan erstellt.

Je nach Befund kommt hier eine Operation, eine Chemotherapie mit nachfolgender Operation, eine alleinige Chemotherapie oder lokal ablative Maßnahmen (örtlich begrenzte Gewebezerstörung) wie die Mikrowellenfrquenzablation zur Anwendung Bei einem nicht geringen Teil lässt sich die Krankheit möglicherweise langfristig kontrollieren oder sogar heilen. Bei anderen Betroffenen wird dies dagegen nicht gelingen, weil sich bereits noch weitere, zum Zeitpunkt der Diagnose aufgrund ihrer geringen Größe noch nicht erkennbare Metastasen gebildet haben.

Bei vielen anderen Tumorarten kommen operative Maßnahmen als Therapie nicht mehr in Frage, da man weiß, dass es sich um eine diffuse Metastasierung handelt. Letztendlich bleibt es beim Magenkarzinom, dem Pankreaskarzinom und auch den gynäkologischen Tumoren immer eine Individualentscheidung welche Behandlung dem Patienten den größten Nutzen bringt. Auch wenn es technisch unter Umständen möglich ist, Metastasen zu entfernen, ist es in manchen Situationen belegt, dass dies dem Patienten für das Überleben keinen Vorteil bringt, sondern neben dem Operationsrisiko zumindest für eine Zeit eine verschlechterte Lebensqualität. In diesen Fällen ist es aber dennoch oft möglich, das Tumorwachstum durch medikamentöse Therapien wie die Chemotherapie oder Antikörpertherapie zu hemmen.

Daher ist immer zu klären, was man von einer Behandlung erwarten kann und was nicht: Lässt sich die Krankheit dadurch aufhalten, und wenn ja wie lange? Mit welchen Nebenwirkungen muss man rechnen? Was lässt sich für die Lebensqualität erreichen?