Zertifizierte Dysplasiesprechstunde

Unsere zertifizierte Dysplasiesprechstunde bietet unter anderem folgende Leistungen an:

  • Diagnostik und Therapievorschlag bei feingeweblich gesicherten Krebsvorstufen (Dysplasien, auffällige PAP-Abstriche) sowie invasiven Krebserkrankungen
  • Beurteilung und Behandlung der Veränderungen am Muttermund, an der Scheide oder den Schamlippen
  • Diagnostik und Therapieempfehlung bei HPV-Infektion
  • Beratung zur HPV-Impfung
  • Diagnostik und Therapieempfehlung bei genitalen Warzen, Lichen sclerosus und ähnlichen gutartigen Veränderungen
  • Diagnostik und Therapie bei Schmerzen im Bereich der äußeren Genitalorgane
  • Beratung, Diagnostik und Therapie bei dysplastischen Veränderungen in der Schwangerschaft
  • Abklärung, Zweitmeinung zu auffälligen kolposkopischen Befunden bzw. Abstrichergebnissen

Dysplasie (altgriech.: dys = schlecht, plassein = bilden, formen) bezeichnet eine Fehlentwicklung von Gewebe und Organen.
Durch die gynäkologische Krebsvorsorgeuntersuchung können dysplastische Veränderungen von Zellen am Muttermund (Cervix uteri), an der Scheide (Vagina) oder den äußeren Genitalorganen (Vulvae) frühzeitig entdeckt und je nach Ausprägung gezielt therapiert werden.
Es gibt leichte, mittlere und schwere Dysplasien. Letztere können ohne Behandlung z.B. in einen Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) übergehen.

Kolpos ist das altgriechische Wort für Scheide. Ein Kolposkop ist ein Instrument, das zur Betrachtung des äußeren Gebärmutterhalses, der Scheidenhaut und der Vulva dient und eine bis zu 20-fache Vergrößerung bietet. Bei der Videokolposkopie wird das Bild auf einen Bildschirm übertragen, sodass die Patientin die Veränderungen am Muttermund sehen kann, während die Ärztin ihr das Bild erklärt. In der Dysplasiesprechstunde wird die Kolposkopie meistens eingesetzt zur Abklärung auffälliger Krebsabstriche und zum Ausschluss einer Dysplasie bei einer Infektion des Gebärmutterhalses. Das ist besonders wichtig bei High-Risk-Patientinnen, um eine Infektion mit HP-Viren auszuschließen. Mithilfe der Kolposkopie können außerdem Krebsvorstufen an der Scheidenhaut und an den Schamlippen erkannt werden.

Nach einem kurzen Gespräch beginnt die Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl (Wichtig: Nicht während der Menstruation oder bei akuter Infektion der Scheide).
Danach kann gezielt ein Abstrich vom äußeren Muttermund und aus dem Gebärmutterhalskanal oder ein Abstrich für humane Papillomaviren (HPV) entnommen werden. Das Ergebnis des Abstriches wird in die Stufen PAP I bis V eingeteilt.
Während der kolposkopischen Untersuchung wird der Muttermund bzw. die Scheide oder die Schamlippen mit einer dreiprozentigen Essigsäurelösung betupft, was in seltenen Fällen ein leichtes Brennen in der Scheide verursacht. Das Betupfen dient der besseren Einschätzung und Beurteilung des Schweregrades der Veränderungen an der Schleimhaut. Anschließend kann z.B. der Muttermund mit einer Jodlösung (Lugolsche Lösung) betupft werden. Wenn Sie an einer Jodunverträglichkeit, Jodallergie oder an einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, sollten Sie das Ihrer Ärztin vor der Untersuchung mitteilen.
Alle Befunde werden fotografiert, die Fotos werden im Computer gespeichert. Bei auffälligen Befunden werden kleine Gewebstücke entnommen (Portio PE, Punch-, Knipsbiopsie), um die Diagnose zu sichern. Da der Gebärmutterhals nahezu schmerzunempfindlich ist, verursacht die Knipsbiopsie meist keine Schmerzen. Eine lokale Betäubung (Lokalanästhesie) ist daher nur bei der Entnahme von Proben aus der Scheide oder von den Schamlippen notwendig.
Blutungen können oft schon durch etwas Druck auf die Entnahmestelle gestillt werden, oder sie werden mit einer blutstillenden Lösung wie Albothyl oder Monsel behandelt. In den ersten beiden Tagen nach der Biopsie sollte auf Vollbäder und auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Geringe Schmierblutungen in den Tagen unmittelbar nach der Biopsie sind völlig ungefährlich.
Das entnomme Gewebe wird vom Pathologen untersucht. Abhängig vom Befund und in Absprache mit Ihrem Frauenarzt legen wir das weitere Vorgehen fest. Sollte ein weiterer Eingriff nötig sein, können Sie ihn selbstverständlich in unserem Haus durchführen lassen.

Auch während der Schwangerschaft ist die Abklärung der oben genannten Auffälligkeiten möglich. Eine Gewebeprobe wird meistens zwischen der 16. und der 20. Schwangerschaftswoche entnommen, um das Risiko von Blutungen oder einer Frühgeburt zu minimieren.
Eine Operation in der Schwangerschaft ist nur selten notwendig.

Bitte bringen Sie alle relevanten Vorbefunde mit (Laborbefunde, Zytologie, Histologie). Operationsberichte, Arztbriefe und eine Liste der Medikamente, die Sie einnehmen, sind für Ihre Behandlung ebenfalls wichtig.
Bitte bringen Sie eine Überweisung von Ihrem Frauenarzt mit.

Gynäkologische Ambulanz
Telefon: 06232 22-1428

Bitte denken Sie an Ihre Versichertenkarte und bringen Sie eine Überweisung von Ihrem Frauenarzt mit.