Dickdarmkrebs

Dickdarmkrebs - was ist das? Es gibt eine Gruppe von unterschiedlichen Tumorerkrankungen, die eine unkontrollierte Teilung von Zellen eines Organs oder Gewebes beinhalten und als Krebs bezeichnet werden.

Zunächst entsteht daraus eine Geschwulst, die gut- oder bösartig sein kann, wobei bösartige Tumoren sich der normalen Wachstumskontrolle des Körpers entzogen haben.

Die veränderten Zellen vermehren sich ungebremst und wachsen in umliegendes Gewebe ein und zerstören es, können in die Lymphbahnen und Blutgefäße eindringen und darüber in andere Körperorgane gelangen. Hier können sie sich erneut vermehren und sogenannte Tochtergeschwülste (Metastasen) entstehen. Beim Darmkrebs ist die Krebserkrankung auf den Dickdarm oder den Mastdarm bezogen und werden als sogenannte kolorektale Karzinome bezeichnet. Der Darmkrebs beginnt in der Darmschleimhaut durch Wachstum gutartiger Polypen, wobei hier Umwelteinflüsse, Ernährungsgewohnheiten sowie genetische Faktoren eine Rolle spielen. Der Darmkrebs ist letztendlich das Ergebnis eines langjährigen Prozesses, der über definierte Zwischenstufen, sogenannten Dysplasien, schlußendlich dann zum bösartigen Tumor führt (Adenom - Karzinom - Sequenz).

Die Diagnostik und Therapie von Polypen und damit die Primärprävention des kolorektalen Karzinoms wird an anderer Stelle erklärt.

Ab dem 40. Lebensjahr nimmt die Häufigkeit zu mit einem Anstieg bis zum 85. Lebensjahr, wobei jedes Jahr ca. 72.000 Neuerkrankungen in Deutschland auftreten. Hiermit ist der Darmkrebs die häufigste Krebserkrankung in den westlichen Ländern. Es ist die zweithäufigste Krebsart nach dem Brustkrebs bei Frauen und die dritthäufigste Krebsart bei Männern nach Lungen- und Prostatakrebs.

Die Behandlung des kolorektalen Karzinoms erfolgt in Abhängigkeit zum vorliegenden Tumorstadium.

Frühformen in Polypen können unter Umständen im Rahmen einer Darmspiegelung entfernt werden.

Je nach Zelldifferenzierung und Eindringtiefe reicht die endoskopische Entfernung aus oder aber es muss nachoperiert werden.

Aus diesem Grund werden alle Patienten mit Karzinomen im Adenom, die bei einer Darmspiegelung entfernt wurden, in der Tumorkonferenz vorgestellt und die weitere Vorgehensweise festgelegt.

Größere Tumore bedürfen einer Abklärung vor einer Therapie. Dazu gehören neben einer Darmspiegelung mit Probeentnahme auch eine Sonographie, eine Computertomographie der Bauchorgane und zumindest eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes. Bei Karzinomen des Mastdarmes (Rektumkarzinom) gehören zur Umfelddiagnostik noch eine Magnetresonanztomographie des Beckens, eine Rektoskopie (Enddarmspiegelung) und eine Endosonographie. Dazu kann eine urologische und bei Frauen eine gynäkologische Untersuchung erforderlich sein. Auch die Tumormarker CEA und CA19-9 werden bestimmt, dienen aber lediglich als Parameter im Rahmen der Nachsorge.

Die Behandlung des Dickdarmkarzinoms ist primär operativ, wobei alle Patienten mit in der Diagnostik nachgewiesenen Fernmetastasen (Leber, Lunge, Primärfälle) sowie Rezidiv Karzinomanteile vor einer Therapie in der hiesigen Tumorkonferenz vorgestellt  und ein Therapieplan erstellt wird. Gleiches gilt auch für alle Patienten mit einem Mastdarmkrebs. In diesen Fällen wird entschieden, ob eine präoperative Chemotherapie bzw. Strahlen – Chemotherapie sinnvoll und notwendig ist. Dies wird anhand der geltenden Leitlinien der Fachgesellschaften festgelegt.

Die Operationen werden in der Mehrzahl laparoskopisch durchgeführt, d.h. in der sogenannten Schlüssellochtechnik. Dabei ist die Sicht deutlich besser als bei herkömmlicher Operationen, sodass auch noch exakter unter radikaler operiert werden kann. Daneben bietet die Anwendung dieser Technik an den Vorteil, dass sich die Patienten von den Eingriffen meist rasch erholen. Neben der 4 K Video-Technik kommt auch die intraoperative Fluoreszenz-Angiografie zur Anwendung bei der die Durchblutungsverhältnisse im Bereich der geplanten neue anzulegenden Verbindungen überprüft werden kann und zudem bei Bedarf Metastasen gesucht werden können.

Nach der Operation durch die Patientin Trinken unterhalten auch am Operationstag eine  Kleinigkeit zu essen und werden angehalten, mit Hilfe des Pflegepersonals kurz das Bett zu verlassen. Alle Patienten die an einem Darmtumor operiert wurden, werden auch postoperativ nochmals in der Tumorkonferenz vorgestellt und anhand der dann vorliegenden freien beweglichen Untersuchungsergebnisse des Operationspräparates der weitere Therapie-/Nachsorgeplan erstellt. Ist eine Nachbehandlung erforderlich, werden die Patienten noch während des stationären Aufenthaltes den Kollegen der onkologischen Schwerpunktpraxis bzw. der Praxis für Strahlentherapie vorgestellt.

Alle Patienten erhalten das Angebot einer psychoonkologischen Beratung, einer Beratung durch unseren Sozialdienst und werden  kontinuierlich durch das Team unserer onkologischen Fachpflegeschwestern betreut. Musste ein künstlicher Darmausgang angelegt werden, erfolgt die Anleitung in der Stomapflege durch speziell ausgebildetes Personal, das die Patienten auch nach der Entlassung zu Hause unterstützt und mit den notwendigen Materialien versorgt.