Nichtoperative Therapien und Studien

Bei bösartigen Tumorerkrankungen besteht theoretisch immer die Gefahr, dass sich bösartige Zellen absiedeln oder Fernmetastasen gebildet werden. Anhand von immunhistochemischen Untersuchungen und ggf. einem Multigentest am Tumorgewebe besprechen wir mit Ihnen das Risiko, das in Ihrem individuellen Fall besteht, und empfehlen Ihnen eine auf Sie zugeschnittene systemische Therapie, d.h. eine Therapie über Infusionen oder Tabletten, die im ganzen Körper wirkt.

In ca. 80 Prozent der Brustkrebstumore reagieren die Zellen sensibel auf die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron. Hemmt man die Bindung der weiblichen Hormone an die Tumorzellen, gehen diese zugrunde. Diesen Mechanismus macht man sich zunutze für eine Antihormon-Therapie. Dabei werden der Patientin fünf bzw. zehn Jahre lang Medikamente, sogenannte Antihormone, in Tablettenform verabreicht.

Bei der Chemotherapie erhält die Patientin sogenannte Zytostatika, zumeist als Infusion. Diese Medikamente hemmen das Wachstum von Zellen, die sich – wie Tumorzellen – sehr schnell teilen, und bewirken, dass diese Zellen absterben. Die Chemotherapie erfolgt ambulant in einer onkologischen Schwerpunktpraxis. Eine Chemotherapie erstreckt sich über ca. fünf Monate. In der Regel wird das Medikament einmal pro Woche bzw. einmal alle drei Wochen verabreicht. Zwischen den einzelnen Terminen werden die Blutwerte kontrolliert.

Einige Brustkrebstumore können auch durch Antikörper behandelt werden. Sie werden als Infusionen ambulant in der onkologischen Schwerpunktpraxis verabreicht, oft zusammen mit einer Chemotherapie.

Bei brusterhaltender Therapie nach Brustkrebs empfehlen wir immer die Bestrahlung der Brust. Auch nach Brustamputation kann eine Strahlentherapie notwendig werden. Die Behandlung wird ambulant durchgeführt, zum Beispiel in der Strahlenpraxis Dr. Schäfer.

Dank der modernen Bestrahlungstechniken (CT- und computergesteuert) wird die Bestrahlung heutzutage gut vertragen. In der Regel erfolgt die Bestrahlung ca. sechs Wochen lang täglich (Montag bis Freitag). Sie dauert wenige Minuten.

Haben Sie schon einmal überlegt, an einer Studie teilzunehmen?

Viele Patientinnen fragen sich, welche Risiken und Möglichkeiten die Teilnahme an einer Studie für sie bedeutet.

Mit der Teilnahme an einer Studie ist es möglich, Ihnen neuartige Medikamente zu verabreichen, die Ihnen andernfalls noch nicht zugänglich sind. Eine wissenschaftliche Untersuchung hat außerdem gezeigt, dass Patienten, die an einer Studie teilnehmen, auch von der engmaschigeren medizinischen Betreuung profitieren. Außerdem tragen Sie dazu bei, die Forschung voranzutreiben.

Ob und welche Studie für Sie geeignet ist, klären wir in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen.