Ausbildung in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege

"Das schönste Geschenk ist das Lachen eines Kindes."

Die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege spezialisiert sich auf Patienten zwischen dem Säuglingsalter bis hin zum Jugendlichen. Zu Ihren Aufgaben zählen die Pflege und Betreuung körperlich und geistig erkrankter Kinder und Jugendlicher. Auch die psychologische Betreuung der jungen Patienten gehört zu den Aufgaben von Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pflegern. Sie trösten zum Beispiel Kinder bei Angst und Schmerzen oder leiten sie zum Spiel an. Sie halten Kontakt zu den Eltern und Bezugspersonen, führen Maßnahmen wie die Verabreichung von Medikamenten und den Verbandswechsel durch und erledigen Verwaltungsaufgaben.

In der Pflegeausbildung soll ein ganzheitliches und vernetztes Denken entsprechend der Aufgabenstellungen im Gesundheitswesen gefördert werden. Dies soll im Arrangement der einzelnen Lernsituationen im theoretischen und praktischen Unterricht geplant und ausgeführt werden. Zielsetzung der Ausbildung ist der Erwerb beruflicher Handlungskompetenz in der Pflege von Menschen aller Altersgruppen, sowohl in der stationären als auch in der ambulanten Versorgung im kurativen (heilenden), rehabilitativen (wiederherstellenden) und palliativen (schmerzlindernden) Bereich.

Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre und beginnt am 1. April und am 1. Oktober. Pro Jahr beginnen zwei Kurse mit jeweils ca. 30 Schülerinnen und Schüler. Der größte Teil des Unterrichts in der Gesundheits- und Krankenpflege, in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie in der Altenpflege erfolgt gemeinsam in gemischten Klassen.

Ausbildungsvergütung beträgt aktuell:

  • 1. Jahr: 1.048,83 €
  • 2. Jahr: 1.123,08 €
  • 3. Jahr: 1.246,82 € (Stand: 12/18)

    + Zeitzuschläge für Nachtdienst, Sonn- und Feiertage
    + zweimal jährliche Sonderzahlung eines halben Monatsgehalts

Rahmenbedingungen

Die Pflegerischen Schulen am Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer sind eine staatlich anerkannte Ausbildungseinrichtung.

Unsere Pflegerischen Schulen bieten 40 Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, 140 Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und Krankenpflege und Ausbildungsplätze in der Altenpflege.

Als Ausbildungsträger für die Gesundheits- und Krankenpflege kooperieren wir mit dem Evangelischen Krankenhaus Bad Dürkheim. Darüber hinaus werden auch Schülerinnen und Schüler im Diakonissenkrankenhaus Mannheim und der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen praktisch ausgebildet.

Die theoretische Ausbildung umfasst insgesamt mindestens 2100 Unterrichtsstunden. Der Unterricht findet in Form von Blockunterricht statt. Unterrichtet werden Sie von

  • Lehrer für Pflegeberufe / Lehrerinnen für Pflegeberufe
  • Dipl. Pflegepädagogen / Dipl. Pflegepädagoginnen
  • Arzt / Ärztinnen und 
  • anderen Fachdozenten / Fachdozentinnen.

Das Curriculum der Pflegerischen Schulen am Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer gliedert sich in 12 Lernfelder und über 90 Lernsituationen. Neben dem Unterricht im Klassenverband werden auch Gruppenunterrichte sowie praktisch Demonstrationen und Übungen zur Vermittlung bestimmter Pflegehandlungern erteilt.

Übersicht über die Lernfelder des Curriculums für eine gemeinsame Pflegeausbildung an den Pflegerischen Schulen Speyer:

  1. Lernprozesse gestalten
  2. Den Pflegeprozess theoriegeleitet anwenden
  3. Menschen in ihrem Lebenskontext wahrnehmen und begleiten
  4. Menschen bei der Lebensgestaltung unterstützen
  5. Kommunikation und Edukation gestalten
  6. Menschen in der Selbstpflege unterstützen
  7. Pflege als Wissenschaft verstehen und weiterentwickeln
  8. Rahmenbedingungen von Pflege kennen und in ihnen handeln
  9. Gesundheit fördern und präventiv handeln
  10. Menschen in besonderen Lebenssituationen begleiten
  11. Bei Diagnostik und Therapie mitwirken
  12. Menschen in speziellen Gesundheitssituationen pflegen

Im Unterricht geht es neben der Vermittlung von faktenorientiertem Grundlagenwissen vor allem um den Erwerb beruflicher Handlungskompetenz mit den Dimensionen Fachkompetenz, Personale Kompetenz, Soziale Kompetenz und Methodenkompetenz.

Von den Auszubildenden wird erwartet, dass sie sich in Theorie und Praxis aktiv und eigenständig um den Erwerb der beruflichen Kompetenzen bemühen. Selbständige Themenerarbeitung, wie z.B. Recherchen in der Fachliteratur und im Internet sowie Präsentationen in der Klasse ist Bestandteil des Ausbildungskonzeptes. Darüber hinaus werden weitere kooperative Lehr-Lern-Methoden wie Problemorientiertes Lernen, Stationenlernen, Gruppenpuzzle, Workshops u.a. angewendet.

In der praktischen Ausbildung sollen Sie die Gelegenheit haben, die im Unterricht erworbenen Kenntnisse zu vertiefen. Darüber hinaus sollen Sie lernen, Ihre Kenntnisse/Ihr Wissen bei Ihrer späteren beruflichen Tätigkeit anzuwenden.

Die praktische Ausbildung umfasst 2.500 Stunden und erfolgt im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer, im Evangelischen Krankenhaus Bad Dürkheim, im Diakonissenkrankenhaus Mannheim und der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen, außerdem in verschiedenen weiteren ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie Einrichtungen der Altenhilfe. Durch die Vielzahl von Praxiseinsatzbereichen erfahren Sie die Vielfalt des von Ihnen gewählten Berufes und werden optimal auf Ihre berufliche Zukunft vorbereitet.

Unter den Bedingungen des Landesmodellprojekts sind folgende Praxispflichteinsätzen für alle drei Berufsgruppen in den allgemeinen Arbeitsfeldern der Pflege vorgesehen.

  • Innere
  • Chirurgie
  • Pädiatrie 
  • Altenpflege
  • Ambulante Pflege

Darüber hinaus sind auch berufsgruppenspezifische Einsätze geplant. Für die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sind z.B. die Gynäkologie/Geburtshilfe, die Neonatologie (Versorgung Neugeborener), die Neuropädiatrie und die Kinder- und Jugendpsychiatrie als Einsatzbereiche vorgesehen.

Schülerinnen und Schüler der Gesundheits- und Krankenpflege werden im Bereich der Gynäkologie/Geburtshilfe, der Innere Medizin, der Chirurgie und der Psychiatrie eingesetzt.

Die ambulante und stationäre Altenpflege sowie die Gerontopsychiatrie sind Differenzierungseinsätze für die Schülerinnen und Schüler der Altenpflege.

Die praktische Ausbildung erfolgt durch Pflegefachkräfte und durch Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter. Die Auszubildenden erhalten Lernaufgaben für die Praxiseinsätze, die teilweise wieder in den Unterricht einfließen oder durch Lehrkräfte sowie Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter bewertet werden.

Wir freuen uns über Bewerber, die folgende Vorraussetzungen für die Ausbildung mitbringen:

  • gesundheitliche Eignung (psychisch und physisch stabil und belastbar)
  • einen Realschulabschluss oder einen andere gleichwertige, mindestens zehnjährige abgeschlossene Schulausbildung 
  • einen Hauptschulabschluss, zusammen mit einer mindestens zweijährigen abgeschlossenen Berufsausbildung 
  • eine mit mindestens gut abgeschlossene einjährige Ausbildung als Krankenpflegehelferin /Krankenpflegehelfer oder Altenpflegehelferin/Altenpflegehelfer 
  • erwünscht ist ein Nachweis über mehrwöchige Pflegepraktika

Ihre Bewerbung sollte frühestens 1 Jahr vor Ausbildungsbeginn, spätestens mit dem letzten Halbjahreszeugnis erfolgen.

Folgende Punkte sollten Ihre Bewerbungsunterlagen beinhalten:

  • Bewerbungsschreiben mit beruflicher Motivation
  • Lebenslauf mit Konfessionsangabe und Nennung sozialen Engagements
  • Lichtbild
  • Abschlusszeugnisse / aktuelles Schulzeugnis
  • Praktikumsbescheinigungen

Die Ausbildung in einem Pflegeberuf bietet Ihnen auf dem Arbeitsmarkt viele Chancen.

Pflege arbeitet mit vielen anderen Berufsgruppen im Gesundheitssektor partnerschaftlich zusammen. Durch eine wissenschaftlich fundierte theoretische und praktische Ausbildung werden Sie an den Erwerb beruflicher Handlungskompetenz herangeführt. Nach Ihrer Ausbildung eröffnet sich Ihnen somit ein sehr großes berufliches Handlungsfeld in dem Sie vielfältig, entsprechend Ihrer beruflichen Fähigkeiten und Ihrer persönlichen Interessen, tätig werden können. Des Weiteren stehen Ihnen nach dem Examen viele Möglichkeiten der Weiterqualifizierung offen.

Einige Beispiele möchten wir Ihnen im Folgenden aufführen:

  • Studiengänge an Universitäten und Fachhochschulen für Pflegepädagogik, Pflegemanagement, Pflegewissenschaft u.a.
  • Berufsbegleitende Fachweiterbildung für Intensiv, Anästhesie, OP, Psychiatrie, Hygiene, Endoskopie, Praxisanleitung, Wundexperte, Case Management, u.a.
  • Berufsbegleitende Weiterbildung für Leitungsaufgaben (Stationsleitung / Leitung eines Pflegedienstes, Wohnbereichsleitung, u.a.)
  • Berufspraxis in verschiedenen Tätigkeitsfeldern (Akutkrankenhaus, Ambulante Pflege, Altenpflege, Rehabilitation, Funktionsbereiche u.a.)