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Sturzprävention

Statistisch gesehen stürzt fast ein Drittel der über 65 jährigen sowie die Hälfte der über 80 jährigen mindestens einmal pro Jahr. Bei Bewohnern von Senioren- und Pflegeheimen ist der Anteil an sturzgefährdeten Menschen am höchsten, so dass sich hier ca. 1 Million Stürze/ Jahr ereignen.

10-20 % sämtlicher Stürze führen zu Verletzungen, 5 % gar zu Frakturen, hiervon ca.  2 % zu hüftnahen Oberschenkelhalsfrakturen. Nach einer Oberschenkelhalsfraktur sterben 14-34 % der Patienten innerhalb eines Jahres, 20 % der Patienten müssen anschließend in einem Pflegeheim versorgt werden und 30 % der Patienten  leiden im Anschluss unter der Angst, erneut zu stürzen.

Die Sturzrisikofaktoren lassen sich in "innere" und "äußere" Faktoren unterteilen. Zu den wichtigsten inneren Faktoren zählen ein höheres Lebensalter, die Abnahme der Muskelmasse, Gleichgewichtsstörungen, weibliches Geschlecht, die Einnahme von mehr als 4 Medikamenten pro Tag, kognitive Defizite, Inkontinenzproblematik, Malnutrition und Sehstörungen.

Die wichtigsten äußeren Faktoren betreffen die Beschaffenheit der Wohnumgebung, Kleidung, Schuhwerk und Hilfsmittel von Personen. So können z.B. Stolperfallen wie Teppiche und Türschwellen zu Stürzen führen. Auch mangelhafte Beleuchtung, ungeeignetes Schuhwerk und fehlende oder gar falsch eingestellte Hilfsmittel wie Gehstöcke oder Rollatoren erhöhen das Sturzrisiko.

In den letzten Jahren konnte gezeigt werden, dass durch präventive Maßnahmen die Anzahl von Stürzen reduziert werden kann. Im häuslichen Bereich ist daher ein wesentliches Augenmerk auf die bestmögliche Verringerung der äußeren Sturzrisikofaktoren zu richten. Weiterhin waren bei den zuhause lebenden Personen Trainings-Programme erfolgreich, die ein Kraft- und Balance-Training beinhalteten, welches hohe Anforderungen ans Gleichgewicht stellte und zweimal pro Woche über mindestens 6 Monate durchgeführt wurde. Im Pflegeheim waren dagegen Programme effektiv, die eine Kombination verschiedener Maßnahmen wie Kraft- und Balance-Training, Anpassung der Medikation und Anpassung der Umgebung beinhalteten.

Trotz Sturzpräventionsmaßnahmen lassen sich nicht alle Stürze vermeiden. Allerdings sollte das wesentliche Ziel daher sein die möglichen Sturzfolgen so gering wie möglich zu halten. Hierzu gehören der Einsatz von Hüftprotektoren, die Anpassung des Untergrunds und eine Beeinflussung der Knochendichte durch Prävention oder medikamentöse Therapie der Osteoporose.

© Diakonissen Speyer-Mannheim