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Dysplasiesprechstunde

Spezialsprechstunde für Veränderungen am Gebärmutterhals, Vagina und äußeren Genitale.

Liebe Patientin,

eine Überweisung zu uns erfolgt, wenn im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung bei Ihrem Frauenarzt die Abstriche von Gebärmutterhals, Scheide oder dem äußeren Genital mehrmals hintereinander, manchmal auch einmalig, auffällig gewesen sind. Vielleicht leiden Sie auch unter chronischen Beschwerden oder aber der Frauenarzt hat eine abklärungsbedürftige Veränderung am Gebärmutterhals, der Scheide oder der Vulva entdeckt.

Dysplasie bezeichnet eine oberflächliche Zellveränderung, z.B. am Gebärmutterhals, was einer Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs entsprechen könnte. Diese Vorstufen sind heilbar und können sich zum Teil sogar spontan zurückbilden. Andere Vorstufen können sich zu einer Krebserkrankung weiterentwickeln und müssen daher therapiert werden. Die Entwicklung einer Krebsvorstufe bzw. eines Krebses aus einer Vorstufe geschieht in aller Regel langsam, so dass genug Zeit bleibt diese zu erkennen und individuell zu therapieren.

HPV, sogenannte humane Papillomaviren, sind sogenannte DNA- Viren. Es gibt mehr als 100 HPV-Typen und etwa 48 von ihnen können die Schleimhäute sowohl im Genitalbereich als auch im Analbereich und im Mund-Rachenbereich von Männern und Frauen infizieren. Manche dieser HPV-Typen verursachen Genitalwarzen (Feigwarzen oder Condylome). Andere dagegen können dafür sorgen, dass Zellen im Gebärmutterhals ihre Kontrolle verlieren und sich über einen längeren Zeitraum Gebärmutterhalskrebs entwickeln kann.

Wir erleben sehr oft, dass ein positiver HPV Test für starke Verunsicherung und Ängste der Betroffenen sorgt und viele Fragen auch im Umgang mit dem Partner aufwirft. Dabei schätzt man, dass etwa jede dritte Frau eine Infektion durchlebt, aber dass das Immunsystem bei ca. 8 von 10 dieser Frauen in der Lage ist diese Viren zu erkennen und zu bekämpfen.

Je jünger die Frau bei der Erstinfektion ist, umso wahrscheinlicher ist diese natürliche Ausheilung.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt derzeit die Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) für alle Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren.

Die Untersuchung sollte günstigerweise außerhalb der Periodenblutung stattfinden sowie in einem zeitlichen Abstand zum letzten Vorsorgeabstrich und nach abgeschlossener Behandlung einer vorgelegenen Entzündung.

Vor der eigentlichen Erstuntersuchung erfolgt zunächst ein ausführliches Gespräch über die bisherige Krankengeschichte, Medikamenteneinnahme bis zu dem Grund der Überweisung und den Beschwerden. Zur genauen Beurteilung ist es eine große Hilfe wenn Sie die Vorbefunde von Ihrem Frauenarzt mitbringen oder auch zu anderen Erkrankungen/ Medikamenteneinnahme konkrete Angaben machen können. In diesem Gespräch lassen sich bereits viele Sorgen und Ängste relativieren.

Die weitere Untersuchung unterscheidet sich nicht wesentlich von der, die Sie bereits von Ihrem behandelnden Arzt kennen.

  1. Gründliche Inspektion des weiblichen Genitale, Beurteilung evtl. vorliegender Entzündungen.

  2. In bestimmten Fällen erfolgt eine Wiederholung des Abstriches oder spezielle Zusatzuntersuchungen.

  3. Dann erfolgt die Kolposkopie (Lupenbetrachtung).

Neben einem konventionellen Kolposkop verfügen wir zusätzlich über ein Videokolposkop bei dem auf Wunsch die Untersuchung auf einem Monitor mit verfolgt werden kann. Hier können wir Ihnen festgestellte Veränderungen demonstrieren und besser verständlich machen.

Durch Anwendung verschiedener Untersuchungstechniken können verdächtige Areale sichtbar gemacht und besser beurteilt werden. Bei einer verdächtigen oder unklaren Veränderung empfiehlt es sich während der Untersuchung eine wenige millimetergroße Gewebsprobe zu entnehmen, die dann durch unseren kooperierenden Pathologen feingeweblich untersucht wird. Eine Betäubung des Gebärmutterhalses kann lokal erfolgen ist in aller Regel jedoch nicht notwendig. Biopsien des äußeren Genitale werden unter lokaler Anästhesie durchgeführt.

Wenn alle Befunde vorliegen, möchten wir diese mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch mitteilen. Hier erfolgt neben einer ausführlichen Beratung auch die Empfehlung für die weitere Behandlung. Diese richten sich nach den neuesten Leitlinien und Empfehlungen der AG-CPC beziehen aber auch Ihre individuelle Lage ein. Hierbei stehen wir mit Ihrem Frauenarzt in Kontakt. Falls eine Operation notwendig werden sollte erfolgt diese in aller Regel ambulant, das bedeutet sie können wenige Stunden nach dem Eingriff entlassen werden. Hier wird ein möglichst schonendes Verfahren gewählt.

Sprechstunde:

  • Montags 08:00 - 15:00 Uhr nach Terminvereinbarung, bitte bringen Sie zu Ihrem Termin ein Überweisungsformular mit.

Ansprechpartner:

  • Fachärztin Nathalie Löscher
    (Kolposkopiediplom der AG-CPC)

Terminvereinbarung:

  • Sekretariat: Frau Winkler 0621 81023124
Durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierte Gynäkologische Dysplasie-Sprechstunde
© Diakonissen Speyer-Mannheim