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Schwerpunkt Chemotherapie und Immuntherapie

Wir führen seit vielen Jahren ambulante Chemotherapien bei allen Tumorarten und bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems (Lymphome, Myelom, Leukämie etc.) durch. Häufig kombinieren wir heutzutage die Chemotherapien mit modernen zielgerichteten Substanzen, wie zum Beispiel monoklonalen Antikörpern (das sind künstlich hergestellte Eiweißstoffe, die sehr effektiv Tumorzellen zerstören können) oder „Small Molecules“ (meist in Tablettenform, sehr spezifisch gegen Tumorzellen wirksam).

Monoklonale Antikörper

Monoklonale Antikörper sind Eiweiße der natürlichen Immunabwehr, die spezifisch mit bestimmten Antigenen auf Körperzellen reagieren und diese beseitigen. Bei Non-Hodgkin-Lymphomen und immunologischen Erkrankungen, z.B. rheumatoide Arthritis, bietet sich hier besonders der Antikörper Rituximab an, der das sogenannte CD20-Antigen auf Lymphom-Zellen bzw. bestimmten Immunzellen (B-Lymphozyten) erkennt und zu deren Zerstörung führt. Bei soliden Tumoren, wie zum Beispiel Brustkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs, bieten sich die Antikörper Cetuximab, Panitumomab, Bevacizumab und weitere neue oder in Erprobung befindliche Antikörper an. Sie wirken zum Teil direkt gegen die Tumorzellen, zum Teil aber auch gegen die die Tumoren versorgenden Blutgefäße.

Chemotherapie

Chemotherapie-Medikamente sind hochwirksame Heilmittel, die wie andere Medikamente aus Pflanzen, Pilzen oder chemischen Stoffen entwickelt wurden. Je nach Art des Medikamentes wird es als Tablette, Kapsel, Spritze oder Infusion gegeben. Sie beeinflussen die Teilungsfähigkeit von Tumorzellen; sie können diese zum Absterben bringen oder ihre weitere Vermehrung hemmen. Die Erkrankung soll dadurch unter Kontrolle kommen und sich teilweise (Teilremission) oder vollständig (Vollremission) zurückbilden. Auch die körpereigene Tumorabwehr kann wieder besser wirksam werden. In manchen Fällen, je nach Krankheitsart und Stadium der Krankheitssausbreitung sehr unterschiedlich, ist eine andauernde Heilung der bösartigen Erkrankung durch die Chemotherapie möglich.

Eine Chemotherapie wird meist mit mehreren verschiedenen Medikamenten gleichzeitig oder nacheinander durchgeführt, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erreichen. Die Auswahl der Medikamente, ihre Dosierung sowie die Behandlungsdauer werden für jeden Patienten individuell geplant. Dabei werden Reihenfolge und Kombination der Medikamente in einem Chemotherapieschema festgelegt, das sich nach gewissen Zeitabständen wiederholt (Chemotherapiezyklus). Die Behandlung erfolgt nur selten kontinuierlich, meist folgt nach einem Block Chemotherapie eine Pause, oder die Therapie wird nur an einem Tag einmal pro Woche gegeben.

Durch regelmäßige Untersuchungen wird kontrolliert, ob die Behandlung die gewünschte Wirkung zeigt und gut vertragen wird. Falls dies nicht der Fall ist, wird die Therapie umgestellt (z. B. andere Medikamente, Dosisänderung. Veränderung der Behandlungsabstände) oder beendet. Bei der Chemotherapie handelt es sich also um eine individuell abgestimmte medikamentöse Behandlung.

© Diakonissen Speyer-Mannheim