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Untersuchungsmethoden bei Erkrankungen der Arterien

Arterielle Dopplerdruckmessung in Ruhe und nach Belastung (Doppler, ABI):

Screening-Methode: Messung der Blutdrücke an Armen und Beinen in unterschiedlichen Abschnitten: Oberschenkel, Wade, Fuß. Die Untersuchung wird in Ruhe und ggf. nach Belastung auf dem Laufbandergometer durchgeführt. Sichere Diagnostik einer Durchblutungsstörung

Arterielle Oszillographie: 

Durch Anlegen von Blutdruckmanschetten mit einem bekannten Manschettendruck kann die pulsierende Durchblutung im Gewebe registriert werden.

Lichtreflex-Plethysmographie der Akren (LRR):

Hierbei wird die arterielle Durchblutung durch Erkennen des pulsierenden „roten Blutstromes“ durch Fotozellen registriert. Die Kurven werden in Ruhe und z.B. nach Kälte- oder Wärmeapplikation zum Nachweis funktioneller Durchblutungsstörungen abgeleitet

Laufbandergometrie:

Auf einem breiten Laufbandergometer wird die schmerzfreie und die maximale Gehstrecke bestimmt.

Messung des transcutanen Sauerstoffparialdruckes in der Haut (TcPO2):

Durch Aufkleben von kleinen Messfühlern auf die Haut wird der Sauerstoffgehalt der Haut  als Maß der Qualität der arteriellen Durchblutung bestimmt

Kapillarmikroskopie: 

Nachweis von Strukturstörungen des Aufbaus der kleinsten Gefäße (Kapillaren) an der Na gelfalz von Fingern und Zehen unter dem Mikroskop. Dies dient der Diagnose von Rheumaerkrankungen (z.B. Sklerodermie) bei kalten, bei blauen oder weißen Fingern (Acrozyanose, Raynaud-Phänomen) und Zehen.

CW-Dopplersonographie der Arterien:

Indirekte und direkte Dopplersonographie: Durch Ableitung von Dopplersignalen des strömenden Blutes mit einer auf die Haut aufge legten Stiftsonde können Stenosen und Verschlüsse von Arterien und Venen erkannt werden. Den höchsten Stellenwert hat dieses Verfahren bei der Untersuchung der hirnversor genden Schlagadern.

Farbduplexsonographie (FDS): 

Sie ist die wichtigste Methode der Bildgebung bei Erkrankungen der Arterien aber auch der  Venen. Durch Ultraschall können die Gefäßwände, das Gefäßlumen und auch das strömen de Blut selbst dargestellt werden. Unsere modernen (High-end)-Geräte erlauben es uns,  anatomische Veränderungen der Gefäße mit einer sehr hohen bildlichen Auflösung nachzu weisen. So können bereits Verdickungen (Plaques bei Arteriosklerose) der Gefäßinnenhaut  (Intima) durch Einlagerungen von Fett oder Kalk lange bevor sie klinisch durch Symptome in  Erscheinung treten, erkannt werden. Beim Fortschreiten dieser Gefäßwandverdickungen  kommt es folglich zu Einengungen (Stenose) und schließlich zum Verschluss des Gefäßlumens. Die Duplexsonographie kann nicht nur die Ursache der Stenosen (Arterisoklerose,  Gefäßwandentzündung) oder der Verschlüsse (Arteriosklerose, Embolie) erkennen, sie er möglicht es uns auch die Relevanz der Veränderungen zu beurteilen. Eine exakte Bestimmung des Stenosegrades und der Länge einer Gefäßveränderungen (Stenosequantifizie rung und Bestimmung der Verschlusslänge) ist in der Hand des geübten Untersuchers mit  hoher Genauigkeit möglich. In aller Regel kann durch das Ergebnis der FDS bereits die The rapie der so diagnostizierten Erkrankung festgelegt werden.  Es ist deshalb nur selten notwendig, ein invasives Verfahren (Angiographie) zur weiteren  Diagnostik durchführen zu müssen.

Intraarterielle Katheter Angiographie mit Kontrastmitteln in digitaler Subtraktionstechnik (DSA): 

In örtlicher Betäubung wird nach schmerzfreier Punktion der Leistenschlagader ein dünner Katheter bis in die Bauchschlagader eingeführt. Über eine Motorpumpe wird  dann Kontrastmittel über diesen Katheter in das Blut eingespritzt. Dieses Kontrastmittel ver mischt sich mit dem Blut und wird in die Arterien des Körpers mit weitertransportiert. Hier  macht es im Röntgenbild einen Kontrast. Gefäßstenosen und Verschlüsse lassen sich so  exakt im Überblick darstellen.

In unserer Klinik findet diese invasie Diagnostik fast aus schließlich im Zusammenhang mit einer invasiven Katheterbehandlung zur Wiedereröffnung der Schlagadern „in einer Sitzung“ statt (Angioplastie). Nach der Untersuchung wird der Katheter wieder entfernt und die Punktionsstelle von Hand durch den Untersucher abgedrückt. Um Nachblutungen zu vermeiden wird ein Druckverband mit Binden für 4 Stunden angelegt. Eine ausschließlich diagnostische Angiographie kann als ambulanter Eingriff erfolgen. Bei korrekter Durchführung ist die Untersuchung schmerzfrei und komplikationsarm (Kompli kationen durch das Kontrastmittel und durch die arterielle Punktion liegen in unserer Klinik  weit unter 1 %)

Diagnostik der bei Erkrankungen der Venen: nicht invasiv, schmerzfrei

Venöse Verschlussplethysmographie (VVP): 

Durch Anlegen von Dehnungsmessstreifen um den Fuß oder die Wade herum kann die  Volumenzunahme/Schwellung dieser Extremitätenabschnitte unter venöser Stauung durch  eine Oberschenkel-Blutdruckmanschette gemessen werden. Danach wird die Drainagefunktion der tiefen Becken und Beinvenen nach Ablassen des Druckes aus der Staumanschette bei Verminderung des Umfanges/Abschwellen der Gewebeabschnitte unter den Messstreifen registriert. Die Methode dient der Ursachenklärung von Beinschwellungen und Beingeschwüren z.B. dem Nachweis einer Beinvenenthrombose und der Kontrolle des Heilungsvorganges danach (Postthrombotischer Zustand).

LRR venös: 

Die Drainagefunktion der Hautvenen besonders bei Krampfaderleiden wird durch Aufkleben von Fotosensoren am Innenknöchel beider Beine untersucht. Der Patient vollführt hierbei im Sitzen Zehenstände und soll so durch Aktivierung der Wadenmuskulatur das venöse  (dunkle) Blut aus der Haut abpumpen. Beim Versagen der Venenklappen, so z.B. bei Krampfadern fließt das dunkle Blut aber sofort wieder in die Haut zurück und kann so erkannt werden.

Venendruckmessung invasiv:

Nach Punktion einer Vene am Fußrücken kann der Blutdruck in dieser Venen invasiv ge messen werden. Der Patient vollzieht dann mehrer Zehenstände im Stehen und soll hierbei  über seine Wadenmuskeln das venöse Blut zum Herzen hin abpumpen, als Folge fällt der  Blutdruck in der punktierten Vene ab. Funktioniert diese Muskelpumpe aber bei Krampf adern oder bei venöser insuffizienz nicht, so fallt der Blutdruck in der Vene nicht ausreichend ab. Der Schmerz, den der patient bei dieser Untersuchung verspürt entspricht dem bei einer normalen Blutentnahme.

Phlebographie invasiv:

Darstellung des Venensystems zum Ausschluß einer tiefen Thrombose nach Kontrastmittel  Injektion in eine Fußrückenvene.

In den meisten Fällen kann nach einem ambulanten Erstkontakt mit dem Patienten die erforderliche Therapie bereits nach Durchführung der nicht invasiven Diagnostik festgelegt werden. Dieser Therapieentscheid erfolgt immer interdisziplinär zusammen mit unseren Gefäßchirurgen, so dass dem Patienten sofort alle konservativen und invasiven Verfahren erklärt und auch die für ihn beste Therapie angeboten werden kann.

Sollte eine weitergehende Diagnostik mit einem sogenannten Schnittbildverfahren erforderlich werden, z.B. bei Durchblutungsstörungen des Gehirns, so stehen diese Methoden ebenfalls in der Abteilung für Radiologie am Diakoniekrankenhaus und in Kooperation mit der Praxis für Radiologie am Diakoniekrankenhaus (Fr. Dr. med. K. Post) zur Verfügung.

Computertomographie (CT): 

Darstellung von Arterien oder Venen und Organen nach Kontrastmittelinjektion unter Ver wendung von Röntgenstrahlen. Zwei- und dreidimensionale Darstellung der Anatomie

Kernspintomographie (MRT):

Ähnlich der CT- Diagnostik aber keine Benutzung von Röntenstrahlen.

In den meisten Fällen kann nach einem ambulanten Erstkontakt mit dem Patienten die erforderliche Therapie bereits nach Durchführung der nicht invasiven Diagnostik festgelegt werden. Dieser Therapieentscheid erfolgt immer interdisziplinär zusammen mit unseren Gefäßchirurgen, so dass dem Patienten sofort alle konservativen und invasiven Verfahren erklärt und auch die für ihn beste Therapie angeboten werden kann.

© Diakonissen Speyer-Mannheim