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Wundmanagement

Patienten mit Erkrankungen der Blutgefäße leiden häufig unter schlecht heilenden Wunden. Das stationäre oder auch ambulante Management akuter oder chronischer Wunden, in aller Regel an den Beinen als Folge von Gefäßerkrankungen, stellt einen weiteren Schwerpunkt der Klinik dar.

Bei arteriellen Durchblutungsstörungen (Raucherbein, Diabetischer Fuß, entzündliche Gefäßerkrankungen) sind die üblichen Prinzipien der Wundversorgung nicht anwendbar, da diese immer normale Durchblutungsverhältnisse voraussetzen.

Wundtherapie

Die Wundtherapie des durchblutungsgestörten Patienten ist immer aufwändig und komplex. Maßnahmen zur Durchblutungsverbesserung stehen am Anfang der Therapie. Begleitende Infektionen sind mitunter schwierig zu behandeln, hier spielen auch multiresistente Erreger (MRSA) eine große Rolle. Die Patienten müssen unter Isolationsbedingungen behandelt werden, um eine Übertragung der resistenten Keime auf „gesunde“ Wunden zu vermeiden. Dies trifft auch auf Wunden bei venösen Durchblutungsstörungen (Ulcus Cruris, Chronisch venöse Insuffizienz nach Thrombose) zu.

Chronische Wunden müssen chirurgisch gereinigt werden (Debridement), selbstverständlich so schmerzarm wie möglich. Deshalb setzen wir neben den klassischen Methoden auch beispielsweise die Madentherapie ein. Dabei werden steril gezüchtete Maden, in Papiersäckchen verpackt, in Wunden eingelegt. Die Maden geben ihre Verdauungssäfte in die Wunden ab, so dass Wunden sehr schonend und schmerzarm gereinigt werden können.

Moderneste apparative Methoden

Auch moderne apparative Methoden wie die VAC Therapie stehen zur Verfügung. Dabei wird ein steriler Schaumstoff in Wunden eingelegt und dann kontinuierlich mittels einer Pumpe ein Unterdruck angelegt. So wird die Durchblutung der Wunde angeregt und Wundflüssigkeiten von der Wunde weggeleitet und abgesaugt. Insbesondere tiefe Wunden können so z.B. für eine Hauttransplantation vorbereitet werden, die eine definitive Abdeckung der Wunde mit der eigenen Haut des Patienten, die in Anästhesie vom Oberschenkel entnommen wird, ermöglicht.

Danach kann der Patient entweder in unseren Abteilungen für stationäre oder ambulante Rehabilitation weiter behandelt werden oder er wird ambulant durch die Institutionen des Sozialdienstes unter Aufsicht des Hausarztes oder z.B. des Diabetologen oder Nephrologen weiter versorgt. Bei erneuten Problemen kann der Patient in unserer angiologischen Ambulanz vorgestellt werden. Auf diese Art und Weise erfahren die Patienten so einen nahtlosen Übergang vom Krankenhaus in ihr vertrautes soziales Umfeld.

© Diakonissen Speyer-Mannheim