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Stürze im Krankenhaus

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko von Stürzen und den dadurch bedingten Verletzungen nicht nur zu Hause, sondern auch im Krankenhaus.

Mobilität zu erhalten oder wiederzugewinnen ist allerdings das wichtigste Bedürfnis von Älteren im Krankenhaus. Dies ist auch im Diakoniekrankenhaus und natürlich innerhalb der Akutgeriatrie so.

Zu den bekannten Risikofaktoren für Stürze bei Älteren im Alltag kommen besondere Risiken im Krankenhaus hinzu:

  • Patienten sind im Krankenhaus mit einer vollkommen fremden Umgebung und fremden Menschen konfrontiert; besonders gefährdet sind deshalb die ersten Tage nach Aufnahme
  • Besonders gefährdet sind Menschen, denen es sowieso schwerfällt, sich zu orientieren (z.B. Menschen mit Demenz)
  • Sofern eine gewisse Mobilität noch erhalten ist, erhöht fast jede akute Erkrankung zumindest bei Älteren die Sturzgefahr
  • In der Phase, in der nach schwerer Erkrankung die Mobilität incl. das Gehen wieder gefördert wird, sind Ältere besonders gefährdet (in der Akutgeriatrie nach unserer Erfahrung nach ca. 7-10 Tagen)
  • Kein Krankenhaus kann regelmäßig eine so intensive Betreuung gewährleisten, die immer eine unmittelbare, persönliche Hilfestellung beim Gehen ermöglicht (z.B. bei Toilettengänge etc.); die Nacht und das Wochenende sind deshalb Zeiten, an denen es besonders häufig zu Stürzen kommt
  • Viele unserer Patienten kommen darüber hinaus nicht mit dem Klingelsystem zurecht oder vergessen, es im Bedarfsfall zu bedienen

Was tun wir im Krankenhaus, um Stürze zu verhindern:

  • Sturzgefährdete Patienten so früh wie möglich erkennen
  • Aufklärung von Patienten und, wenn gewünscht, von Angehörigen über das erhöhte Sturzrisiko
  • Die Dauer im „fremden“ Krankenhaus wird so kurz wie möglich gehalten
  • Bei Patienten, die gefährdet sind, aus dem Bett zu fallen, werden die Betten so tief wie möglich gestellt; manchmal ist es sogar sinnvoll, die Matratze auf den Boden zu legen, um den Sturz aus dem „hohen Bett“ zu vermeiden
  • Wann immer möglich, Sicherheit beim Gehen schaffen (z.B. durch persönliche Hilfestellung, Gehwagengebrauch)
  • Wenn möglich Sturzrisiko erhöhende Medikamente verändern (z.B. Dosis reduzieren, absetzen, Einnahmezeitpunkte verändern etc.)
  • Gute Beleuchtung schaffen (z.B. durch automatisches Einschalten der Beleuchtung durch Bewegungsmeldung auf der Toilette)

Wenn von Patienten akzeptiert, werden sog. Hüftprotektoren bei uns als Gürtel getragen, um bei einem Sturz den hüftnahen Bruch zu verhindern.

Was hilft nicht?

  • Bisher konnte wissenschaftlich nicht gezeigt werden, dass das Anbringen von Bettgittern Stürze und deren Folgen vermindern
  • Der Gebrauch eines Stocks verhindert einen Sturz nicht effektiv
  • Leichte Bewegungsübungen verringern nicht das Sturzrisiko
  • Einmal wöchentliches körperliches Training verbessert das Sturzrisiko bei Älteren nicht

Wie können Angehörige Stürze im Krankenhaus verringern helfen?

  • Sturzgefahr mit dem Angehörigen im Krankenhaus besprechen
  • Für gut sitzende Schuhe sorgen
  • Klingelsystem immer wieder erklären
  • Toilette zeigen bzw. mit Patient auf Toilette gehen
  • Bedienung des Lichtschalters am Krankenbett erklären und anschließend durch den Patienten zeigen lassen

Trotzdem bleibt, solange man fähig ist sich zu bewegen, ein Risiko - auch im Krankenhaus.

© Diakonissen Speyer-Mannheim