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Fragen rund um die Schwangerschaft

Warum fühle ich mich unwohl? Was darf ich essen, was nicht? Und kann ich in der Schwangerschaft bedenkenlos in den Urlaub fliegen? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Ihre Schwangerschaft.

Häufige Beschwerden

Warum ist mir nur so schlecht?

75 Prozent aller Schwangeren leiden unter Übelkeit. Jede dritte Schwangere muss sich übergeben. Wissenschaftler vermuten, dass das Schwangerschaftshormon HCG (Humanes Choriongonadotropin) die Schwangerschaftsübelkeit verursacht. Denn: Je höher die HCG-Konzentration, desto häufiger wird den werdenden Müttern übel. Wahrscheinlich ist die Übelkeit ein Trick der Natur: Den Schwangeren wird von allem schlecht, was die Gesundheit des Ungeborenen gefährden könnte. Ganz oben auf der Liste stehen Alkohol, Nikotin und Kaffee. Aber auch der Geruch von Fleisch, Eiern, Geflügel und Fisch verursacht oft Übelkeit. Diese Nahrungsmittel können schädliche Bakterien enthalten.

In den meisten Fällen sinkt zwischen der 12. und der 18. Schwangerschaftswoche der HCG-Spiegel wieder ab: Die Übelkeit in der Schwangerschaft hört so plötzlich auf, wie sie gekommen ist. Bei starkem Erbrechen und bei länger anhaltender Übelkeit sollten Sie jedoch Behandlungsmöglichkeiten mit dem Frauenarzt besprechen.

Ein paar Tipps gegen Übelkeit

  • Morgens ist es besonders schlimm, weil der Blutzuckerspiegel niedrig ist, dagegen helfen noch vor dem Aufstehen Kekse, Zwieback oder trockenes Brot und leicht gesüßter Pfefferminztee
  • Kräutertees wie Melisse, Pfefferminze, Himbeerblätter, Kamille oder Hopfen
  • Ingwer als Tee oder Pastille
  • Ein Schluck Kondensmilch (besonders praktisch für unterwegs: Kaffeesahne)
  • Zwischendurch Haferflocken (ohne Milch!) oder ein paar Nüsse kauen (beides bindet die Magensäure)  
  • Bananen oder Trockenfrüchte
  • Trinken ist wichtig, egal was – wenn es immer wieder hochkommt, dann versuchen Sie wasserhaltige Früchte (z.B. Melone, Trauben) oder lutschen Sie ein Fruchteis oder einen Eiswürfel
  • fettes Essen und stark gewürzte Speisen sollten Sie vermeiden, leichte Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Rohkost und Milchprodukte belasten den Magen weniger
  • Kleine Mahlzeiten sind besser verträglich als ein großes Menü
  • Bei Akupunktur lässt die Schwangerschaftsübelkeit mitunter schon nach den ersten Stichen nach. Immer mehr Hebammen beherrschen diese Kunst. Und viele Kassen übernehmen während der Schwangerschaft die Kosten.
  • Viel frische Luft und reichlich Bewegung kurbeln den Kreislauf an – und bringen auf andere Gedanken

Woher kommen Sodbrennen und Verstopfung?

Sodbrennen kommt häufig vor und rund 50% aller werdenden Mütter kennen es. In der Schwangerschaft drückt die wachsende Gebärmutter zunehmend von unten auf den Magen, wodurch auch die Magensäure nach oben gedrückt wird. Außerdem sorgt das Hormon Progesteron, das eigentlich dafür da ist, die Muskelspannung der Gebärmutter zu vermindern, damit es nicht zu vorzeitigen Wehen kommt, dafür, dass auch der Verdauungs- und Harntrakt und eben auch der  Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen sich entspannen. Letzter sorgt sonst dafür, dass die Magensäure bleibt, wo sie ist, und nicht zurück in die Speiseröhre fließt.

Auch Verstopfung in der Schwangerschaft ist die Folge der Progesteron-Produktion. Der Darm entspannt sich und wird träge, sodass der Darminhalt nicht mehr so schnell wie früher weitertransportiert wird. Zudem wird der Darm durch die wachsende Gebärmutter immer mehr verdrängt. Und falls Sie ein Eisenpräparat einnehmen, kann das die Verstopfung noch verstärken.

Tipps gegen Sodbrennen

  • nachts den Oberkörper höher lagern
  • nach dem Essen hilft Fencheltee in kleinen Schlucken oder ein Teelöffel Senf
  • langsam kauen
  • Reiswaffeln
  • geschälte Mandeln
  • Haselnüsse
  • Vollkornbrot
  • Haferflocken
  • Kamillentee mit aufgelöster Heilerde, alternativ Heilerde als Kapseln
  • kalte Milch
  • ein Esslöffel Kondensmilch
  • ein Teelöffel Natron in Wasser aufgelöst

Tipps gegen Verstopfung

  • ballaststoffreiche Ernährung (Obst, Gemüse, Salate, Vollkornprodukte und Müsli) und viel trinken (2l)
  • frische oder auch getrocknete Feigen und Pflaumen
  • Nahrungsmittel aus Weißmehl und Schokolade vermeiden
  • ein Glas Wasser, Buttermilch oder Orangensaft morgens auf nüchternen Magen
  • 30 Minuten Walking, Radfahren oder Schwimmen täglich oder zumindest jeden zweiten Tag
  • täglich einen Naturjoghurt mit ein bis zwei Esslöffeln geschrotetem Leinsamen sowie etwas Obst und ein Glas Wasser dazu
  • Müsli mit Weizenkleie an und ein Glas Flüssigkeit (nicht vergessen, sonst wirken Leinsamen und Kleie eher stopfend)
  • Backpflaume oder getrocknete Feige in warmem Wasser über Nacht einweichen, morgens auf nüchternen Magen essen und dazu etwas von dem Einweichwasser trinken
  • Eine Tasse Löwenzahntee oder ein Glas Pflaumen- oder Sauerkrautsaft pro Tag
  • Milchzucker regt ebenfalls den Darm an, entweder als Edelweiß Milchzucker oder in Form von Lactulose-Sirup aus der Apotheke (rezeptfrei)
  • ein sehr mildes und daher auch in der Schwangerschaft erlaubtes Abführmittel sind Flohsamen: maximal drei Teelöffel täglich pur, in Wasser oder Saft oder im Joghurt. Alternativ gibt es auch Flohsamenschalen-Pulver in der Apotheke (z.B. Mucofalk Granulat, rezeptfrei)

Warum sind meine Hände und Füße angeschwollen?

Ihr Körper lagert in der Schwangerschaft Wasser ein - das ist ganz normal. Das hängt mit dem erhöhten Blutbedarf in der Schwangerschaft zusammen. Die Gewebeflüssigkeit ist meistens unauffällig im Körper verteilt.

Wenn es zu Schwellungen durch die Wassereinlagerungen kommt, dann spricht der Arzt von Ödemen. Meistens treten im Bereich der Beine, Füße und Knöchel auf. Viele Schwangere leiden aber vor allem zum Ende der Schwangerschaft auch unter Wassereinlagerungen im Gesicht und in den Händen. Am meisten macht sich das am Ende des Tages bemerkbar, nach langem ausgedehntem Stehen oder Sitzen, speziell an warmen Tagen. Die Schwellungen können zwar unangenehm sein, aber solange die Schwangere keinen hohen Blutdruck oder vermehrt Eiweiß im Urin hat, gibt es keinen Grund zur Sorge. Sie gehen normalerweise kurz nach der Entbindung zurück.

Bei sehr ausgeprägten Schwellungen an den Händen und im Gesicht kontaktieren Sie jedoch besser Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Dies könnte ein Anzeichen für ernsthaftere Erkrankungen sein.

Meine Fingerspitzen sind ganz taub – was ist das?

Die Wassereinlagerungen können zudem ein Karpaltunnelsyndrom verursachen, wenn der Karpaltunnel im Handgelenk (der Kanal, in dem die Nervenleitungen zu den Fingern laufen) anschwillt und den Medianusnerv abklemmt. Der Druck des geschwollenen Karpaltunnels verursacht Taubheitsgefühle, Kribbeln, Brennen und Schmerzen in den Fingern und oft auch im Arm. Auch die Taubheitsgefühle in den Fingerspitzen verschwinden nach der Entbindung, können allerdings noch bis zu sechs Monaten anhalten. Abhilfe schaffen kann unter Umständen eine Nachtlagerungsschiene.

Wie wird eine Blasenentzündung in der Schwangerschaft behandelt?

Schwangere sind besonders anfällig für Harnwegsinfektionen. Durch die hormonellen Veränderungen sind ihre Harnwege erweitert, wodurch Bakterien leichter in die Blase eindringen können. Etwa fünf Prozent der Frauen bekommen im Verlauf ihrer Schwangerschaft eine Blasenentzündung oder eine andere Infektion der Harnwege. Dies muss in der Schwangerschaft unbedingt behandelt werden. Ohne Therapie kann es zu einer Nierenbeckenentzündung, einem vorzeitigen Blasensprung oder sogar zu Entwicklungsstörungen des Kindes kommen. Schwangere sollten deshalb schon bei Verdacht ihren Frauenarzt aufsuchen. Typische Symptome sind Brennen oder Stechen beim Wasserlassen. Auch häufiger und verstärkter Harndrang, Blut im Urin oder Bauchschmerzen können auf einen Harnwegsinfekt hinweisen. Der Urin wird auch bei jeder Vorsorgeuntersuchung untersucht.

In der Regel wird eine Antibiotika-Therapie bei Harnwegsinfektionen empfohlen.

Wie entstehen Schwangerschaftsstreifen?

Bis zum Ende der Schwangerschaft ist die Haut sehr belastet. Das Stützgewebe ist aufgelockert, damit die Haut sich dehnen und sich dem Wachstum des Kindes anpassen kann. Schwangerschaftsstreifen sind sichtbare, bläulich schimmernde Risse in der Unterhaut an Brust, Bauch, Hüfte und Gesäß. Sie treten bei 70 bis 90 Prozent aller Frauen während der Schwangerschaft auf. Nach der Geburt verblasst die Färbung bis nur noch helle Streifen sichtbar sind. Der Schaden an der Haut bleibt jedoch dauerhaft bestehen, denn diese Streifen bilden sich nicht wieder zurück.

Schwangerschaftsstreifen entstehen vor allem bei:

  • körperlicher Veranlagung für schwaches Bindegewebe,
  • einer Mehrlingsschwangerschaft, bei der die Haut besonders stark gedehnt wird
  • einer übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft und
  • zu wenig sportlicher Aktivität

Wie kann ich Schwangerschaftsstreifen verhindern?

Wer Schwangerschaftsstreifen verhindern möchte, sollte schon am Anfang der Schwangerschaft, wenn der Bauch noch nicht an Umfang zugenommen hat, die Haut auf die bevorstehende Ausdehnung vorbereiten:

  • Sport und Ernährung: Ideal zur Vorbeugung sind Schwimmen oder Gymnastik. Zusätzlich sollten Schwangere eine Vitamin-E-reiche Kost achten. Besonders viel von dem Vitamin ist enthalten in Nüssen, Keimen und Ölen.

  • Körperpflege: die Haut im Bereich der Brüste, am Bauch und am Gesäß und der Hüfte sollte sie täglich mit einem Hautöl massiert werden. Jojobaöl, Mandelöl oder Vitamin-E-haltiges Weizenkeimöl machen die Haut elastisch, halten sie feucht und versorgen sie mit Vitaminen. Kalte Duschen kurbeln zusätzlich den Kreislauf an und straffen die Haut.

  • Massagen: Bindegewebe lässt sich durch Massagen mit feinen Trockenbürsten oder durch die Zupfmassage lockern. Bei der Zupfmassage wird die Haut an den Problemzonen mit zwei Fingern angehoben, durchgeknetet und wieder losgelassen. Ab dem dritten Schwangerschaftsmonat kann diese Massage zweimal täglich durchgeführt werden.

Essen und Trinken

Welche Lebensmittel sollte ich während der Schwangerschaft nicht essen?

Roh belassene Lebensmittel aus Milch, Fleisch, Fisch und Eiern werden nicht erhitzt und können deshalb möglicherweise Krankheitserreger wie Listerien, Toxoplasmen oder Salmonellen enthalten. Diese können der Mutter, aber vor allem dem Ungeborenen sehr schaden. Darauf sollten Sie deshalb während der gesamten Schwangerschaft verzichten.

Woran erkenne ich Rohmilchprodukte?

Zu den Rohmilchprodukten zählt Schnitt- und Weichkäse aus Rohmilch, Käse mit Rotschmiere, Sauermilchkäse (z.B. Harzer), offen verkaufter Frischkäse und eingelegter Käse. In Deutschland muss Rohmilchkäse gekennzeichnet sein! An der Käsetheke weiß der Verkäufer Bescheid, bei abgepacktem Käse genügt der Blick auf das Etikett – entscheiden Sie sich am besten für Käse aus pasteurisierter Milch. Außerdem sollten Sie die Käserinde stets großzügig abschneiden, denn auch sie kann manchmal Listerien enthalten.

Sollte ich am besten auf Käse verzichten?

Auf keinen Fall! Käse enthält wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, das für den Aufbau der Knochen unerlässlich ist, Jod für die Entwicklung und Reifung des Gehirns sowie hochwertiges Eiweiß für Muskeln und Bindegewebe. Die meisten deutschen Käsesorten werden aus pasteurisierter Milch hergestellt. Pasteurisierte (erhitzte) und ultrahocherhitzte Milch und daraus hergestellte Milchprodukte sind unbedenklich, ebenso wie Hartkäse, (z.B. Emmentaler). Dieser wird zwar aus Rohmilch hergestellt, hat aber auf Grund seiner langen Lagerzeiten einen so niedrigen Wasser- und hohen Salzgehalt sowie einen niedrigen pH-Wert, dass Listerien nicht überleben können.

Welche Fleisch-, Fisch- und Eierprodukte darf ich nicht essen?

Nicht empfehlenswert in der Schwangerschaft sind rohes oder nicht durchgebratenes Fleisch (z.B. Tartar, Mett, Carpaccio), rohe Pökelfleischprodukte (z.B. Kassler, Rauchfleisch), und streichfähige Rohwurst (z.B. Tee-/Mettwurst). Das gleiche gilt für rohen (z.B. Sushi) und geräucherten Fisch (z.B. Räucherlachs). Eier sollten immer hart gekocht oder gut durchgebraten gegessen werden – verzichten Sie deshalb bitte auch auf Tiramisu.

Schadet scharfes Essen meinem Kind?

Nein. Scharfes Essen ist während der Schwangerschaft uneingeschränkt erlaubt.

Wie viel Kaffee darf ich trinken?

Koffein kann die Plazenta frei passieren und findet sich im Blut des Fötus in ähnlich hoher Konzentration wieder wie bei der werdenden Mutter. Dennoch heißt es bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), dass bis zu 300 Milligramm Koffein täglich – das entspricht drei Tassen Kaffee oder sechs Tassen schwarzen Tees – unbedenklich seien. Trotzdem gibt es auch Studien, die belegen, dass sich täglicher Koffeinkonsum schädlich auf das Geburtsgewicht auswirkt. Wer also kein Risiko eingehen will, sollte während der Schwangerschaft auf Kaffee verzichten, wie im Übrigen auch auf Cola. Eine Alternative stellen koffeinfreie Kaffee- oder Teesorten dar oder noch besser: Kräutertee.

Ab und zu ein Gläschen Sekt ist doch wohl erlaubt?

Auf Alkohol in der Schwangerschaft sollte komplett verzichtet werden, da er zu Fehlbildungen führen kann. Embryonen sind in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten auch für kleine Mengen Alkohol extrem anfällig. Wenn Sie in den ersten vier Wochen, ohne das Wissen schwanger zu sein, (zu viel) Alkohol getrunken haben, müssen Sie sich dennoch keine großen Sorgen machen. Denn die ersten Wochen der Schwangerschaft verlaufen nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip. Das heißt: entweder ist die Störung so gravierend, dass es zu einer Fehlgeburt kommt, oder die geschädigten Zellen können noch ohne Funktionsverlust durch andere Zellen im embryonalen Zellverband ersetzt werden. Der Embryo kann sich dann ganz normal weiterentwickeln. Das liegt daran, dass die Zellen in diesem Stadium noch nicht auf ihre spätere Funktion festgelegt sind. Danach aber  können Ausfälle von Zellen nicht mehr so einfach durch andere Zellen übernommen werden. In diesem Fall würde es tatsächlich zu Fehlbildungen oder Störungen kommen. In der Phase der Organbildung (5. bis zur 12. Woche) und -ausreifung ist der Embryo am empfindlichsten gegen Störungen von außen.

Welche Vitamine sollte ich verstärkt zu mir nehmen?

Das wichtigste Vitamin in der Schwangerschaft ist die Folsäure, ein B-Vitamin. Für die Mutter senkt es das Risiko für Blutarmut und Verdauungsstörungen. Noch wichtiger ist die Folsäure für Ungeborene: es ist unentbehrlich für die Entwicklung des kindlichen Nervensystems. Bei einer Unterversorgung droht die Gefahr eines sogenannten Neuralrohrdefektes, also von Fehlbildungen im Bereich des Rückenmarks und des Gehirns des Babys. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 0,6mg. Besonders wichtig ist der Zeitraum vor und in den ersten Wochen der Schwangerschaft – deshalb sollten Sie, wenn möglich, bereits vor der Schwangerschaft ausreichend Folsäure zu sich nehmen. Reich an Folsäure sind Spinat, Broccoli, Rosen- Grün- und Blumenkohl, Eigelb, Endivien, Spargel, Tomaten, Weizenkeime und Roggenvollkorngetreide. Unter den Obstsorten sind Apfelsinen, Bananen und Mangos führend im Gehalt. Schwangere sollten Folsäure aber auch in Form von Tabletten einnehmen.

Wie sieht eine vitaminreiche Ernährung aus?

Grundsätzlich hat der Organismus einer Schwangeren vom ersten Tag einen deutlich erhöhten Bedarf an allen Vitaminen. Wer jedoch ausreichendend kalzium- und eiweißreiche Nahrungsmittel, Gemüse und Obst zu sich nimmt, bekommt auch genügend Vitamine. Alle Ergänzungspräparate sollten nur in Absprache mit ihrem Arzt zugeführt werden.

Bevorzugen Sie im Winter frische Lebensmittel: Essen Sie nach Herzenslust regionales Gemüse, Kartoffeln, Milch und Vollkornprodukte. Tiefkühlkost ist in der Schwangerschaft eine Alternative. Milch, Käse und Joghurt enthalten viel Kalzium – gut für Babys Knochenaufbau. Eisen braucht das Baby, um Blut zu bilden. Ergiebigste Quelle dafür ist Fleisch. Vegetarier sollten auf Haferflocken oder Möhren ausweichen. Pflanzliches Eisen verwertet der Körper übrigens besonders gut, wenn man dazu Vitamin-C-reiche Lebensmittel (Orangen, Paprika) konsumiert.

Multivitaminpräparate sollten Sie nur nach Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt einnehmen, denn eine Überversorgung mit künstlich hergestelltem Vitaminen kann dem Baby in der Schwangerschaft schaden.

Auch eine ausreichende Versorgung mit Jod ist in der Schwangerschaft wichtig – sprechen Sie auch dazu Ihren Frauenarzt an!

Sport und Reisen

Darf ich in der Schwangerschaft Sport treiben?

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Schwangere sich möglichst schonen müssen. Das ist falsch. Moderater Sport in der Schwangerschaft ist für Mutter und Kind ausgesprochen gesund und auch erwünscht. Man hat sogar festgestellt, dass die Ungeborenen von sportlich aktiven Schwangeren selbst einen Trainingseffekt zeigen - auch wenn es auf den ersten Blick nur die Mütter sind, die sich anstrengen.

Welche Sportart ist am besten geeignet?

Viele Aktivitäten wie Laufen, Fitness oder Gewichttraining sind am Anfang der Schwangerschaft sehr zuträglich, sollten aber mit Fortschreiten der Schwangerschaft zurückgeschraubt werden. Empfehlenswert sind dann eher gelenkschonende Sportarten wie beispielsweise Walken oder Nordic Walking an der frischen Luft. Wenn Sie eine geübte Läuferin mit Trainingserfahrung sind, spricht nichts gegen das Joggen in der Schwangerschaft. Allerdings sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten und der Bauch darf Sie nicht beim Laufen stören. Beim Laufen kommt es darauf an, das richtige Tempo zu wählen. Wer nicht aus der Puste kommt und sich nebenbei noch unterhalten kann, läuft nicht Gefahr sich zu überfordern. 

Schwimmen halten Experten für die beste und sicherste Sportart für Schwangere. Schwimmen ist ideal, weil es zwei große Muskelgruppen auf einmal trainiert (Beine und Rücken, Rumpf- und Armmuskulatur), weil es Herz und Kreislauf stärkt und weil sich werdende Mütter im Wasser trotz Ihres zusätzlichen Gewichtes leicht und beweglich fühlen.

Auch Aquafitness, Aquajogging oder Aquaspinning eignen sich besonders gut. Nachgewiesene und positive Effekte sind z.B. eine verringerte Wassereinlagerung in den Beinen und die Möglichkeit sich anzustrengen, ohne das Baby zu belasten.

Gegen einen Besuch im Fitness-Studio ist prinzipiell nichts einzuwenden, wenn Sie bestimmte Regeln beachten. Gymnastik und das Training am Crosstrainer sind sogar sehr zu empfehlen. Kardiogeräte sind in der Regel mit einem Herzfrequenzmesser kombiniert, das heißt Sie können Ihr Training selbst regulieren.

Welche Sportarten sind gefährlich?

Es gibt natürlich auch einige Sportarten, die weniger bis gar nicht empfehlenswert für Schwangere sind. Zu diesen risikovollen Sportarten zählen Reiten, Klettern, alpines Skifahren, Mountainbiking, Wasserski und Surfen - außerdem Ball- und Kampfsportarten, Tauchen und Kraftsport. Auch Inline-Skaten oder Eislaufen sollten vermieden werden. Grundsätzlich gilt, dass keine Sportarten ausgeführt werden dürfen, die mit Erschütterungen, Sprüngen oder möglichen Stürzen verbunden sind. Auch Sportarten mit abrupten Bewegungen und Richtungswechseln sind zu vermeiden, da die weichen Gelenke und Bänder zu sehr beansprucht werden. Auch eine zu hohe Beanspruchung der Bauchmuskulatur sollte unbedingt vermieden werden. Leistungssport unter Wettkampfbedingungen ist in der Schwangerschaft gänzlich verboten.

Wann ist die beste Reisezeit während der Schwangerschaft?

Natürlich dürfen Schwangere reisen. Positive Urlaubsstimmung tut dem Ungeborenen nachweislich gut. Wichtig ist, dass die werdende Mutter sich wohl fühlt und frei von Ängsten ist. Es empfiehlt sich deshalb, sich gut über gesundheitliche Risiken der bestehenden Schwangerschaft sowie das Gesundheitswesen im Reiseland zu informieren, um vorbereitet zu sein, falls es doch im Urlaub einmal zu Problemen mit der Schwangerschaft kommt. Als günstigste Reisezeit gilt das mittlere Schwangerschaftsdrittel, da Beschwerden der ersten drei Monate meist abgeklungen sind und die Schwangerschaft in eine stabile Phase eingetreten ist. Trotzdem muss eine unter Umständen vor der Schwangerschaft geplante Reise im ersten Drittel nicht abgesagt werden. Man sollte sich allerdings im Klaren darüber sein, dass im Falle von Blutungen oder sogar einer Fehlgeburt das Vertrauen in das Gesundheitssystems des Urlaubslandes vorhanden sein muss.

Was sollte ich beim Aussuchen des Reiseziels beachten?

Der Urlaub sollte erholsam, entspannend und absolut ungefährlich sein. Es empfiehlt sich deshalb nicht unbedingt in ferne, exotische Länder zu reisen, deren Temperatur stark von der Zuhause abweicht. Sprechen Sie Ihren Frauenarzt unbedingt bezüglich notwendiger Impfungen an. Gerade fehlende oder unhygienische sanitäre Einrichtungen und ungewohnte Ernährung fördern zudem noch die Gefahr, krank zu werden und den ohnehin belasteten Organismus weiter zu schwächen. Am besten geeignet sind Reiseziele in Europa. Am günstigsten sind Ferienorte mit Temperaturen um maximal 28 Grad. Bei einem Urlaub in den Bergen sollten Sie auf Gipfeltouren – auch mit der Seilbahn – verzichten. Weil der Luftdruck nach oben abnimmt, geraten Schwangere oberhalb 2.000 Metern nämlich leicht in Sauerstoffnot – und das Kind auch. So ist ein Strandurlaub in der Schwangerschaft einer alpinen Wandertour zu bevorzugen. Übrigens: Obwohl nur etwa ein bis drei Prozent des Lichts in den Uterus gelangen, merkt das Baby die helle Sonne auf Ihrem nackten Bauch. Ungeborene sind neugierig – der Lichtreiz macht sie wach.

Dürfen Fluggesellschaften mir das mitfliegen verweigern?

Unter bestimmten Umständen ja. Wer eine Flugreise plant, sollte vor dem Ende der 35. Schwangerschaftswoche abheben, denn danach gilt bei den meisten Fluglinien Flugverbot für Schwangere. Auf dem Boden bleiben müssen auch Schwangere mit EPH-Gestose, Mehrlingsschwangerschaften und Placenta Praevia. Dafür sollten Frauen, die ein Kind erwarten, auf Flugreisen (wie auf jeder anderen Reise auch) den Mutterpass dabei haben.

Ansonsten gelten auch für Flugreisen die gleichen Ratschläge wie fürs Reisen allgemein: Flugreisen sollten im mittleren Schwangerschaftsdrittel und idealerweise innerhalb Europas stattfinden. Gegner von Langstreckenflügen warnen meist vor der Gefahr von Durchblutungsstörungen der Beine durch zu langes Sitzen und vor der erhöhten Strahlenbelastung in großer Höhe. Beides ist tatsächlich bedenkenswert, aber wenn eine Schwangere sich gut fühlt und gerne verreisen möchte, sicher kein Grund, um rundweg vom Fliegen bzw. längeren Flügen abzuraten. Zur Thrombose-Vorbeugung ist es sehr wichtig, viel Wasser oder Tee zu trinken und immer wieder aufzustehen und im Gang des Flugzeugs auf und ab zu gehen. Was die Strahlenbelastung angeht: Es existieren jedoch bislang keine Studien, die eine erhöhte Anzahl von Fehl- und Frühgeburten oder von Fehlbildungen bei Schwangeren aufgrund von Flügen nachweisen – Fakt ist aber, dass ein Flug von Frankfurt nach New York einer Strahlenbelastung einer Thorax-Röntgenuntersuchung entspricht. Zudem können Transatlantikflüge auch aufgrund der Höhe eine Belastung darstellen.

Medikamente in der Schwangerschaft

Darf ich bei Kopf- oder Rückenschmerzen Schmerzmittel einnehmen?

Die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft sollte immer mit dem Arzt abgesprochen werden - das gilt auch für frei verkäufliche Medikamente. Wichtig ist eine strenge individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung. Man sollte immer ein gut untersuchtes Medikament, das nur eine Wirksubstanz enthält (Monotherapie), einnehmen. Die Dosierung ist so niedrig wie möglich, aber so hoch wie nötig zu wählen.

Mittel der ersten Wahl zur Schmerzbehandlung und Fiebersenkung in der Schwangerschaft ist Paracetamol. Es hat keine Auswirkung auf den kindlichen Kreislauf.

Was tun bei starken Allergien?

Auch die Einnahme von Allergiemitteln sollte jede Schwangere immer zunächst mit ihrem Frauenarzt besprechen. Grundsätzlich sind bei allergischen Beschwerden der Atemwege inhalative Präparate zu bevorzugen, da diese das Ungeborene über die Blutbahn kaum erreichen. Dazu zählt vor allem das bewährte Antiallergikum Chromoglycinsäure. Auch auf Mittel aus der Gruppe der Antihistaminika wie Clemastin oder Dimetinden zurückgegriffen werden.
Übrigens: Unbehandeltes Asthma kann zu schwerwiegenden Komplikationen bei Mutter und Kind führen. Sie tun ihrem Kind also nichts Gutes, auf notwendige Medikamente zu verzichten.

Können Antibiotika meinem Kind schaden?

Bei schwerwiegenden Infekten wird der Arzt auch in der Schwangerschaft ein Antibiotikum aufschreiben. Dieses sollte die Schwangere unbedingt einnehmen, denn das Risiko, dass die Infektion das Ungeborene gefährdet, ist sehr viel höher als das Risiko für mögliche Nebenwirkungen. Schwangere sollten ihrem Arzt unbedingt vertrauen, dass er die Risiken kennt. Es gibt eine ganze Reihe von Antibiotika, die je nach Stadium der Schwangerschaft unbedenklich eingenommen werden können.

Körperpflege und Wellness

Darf ich weiterhin meine Haare färben?

Frauenärzte empfehlen: Wer kein Risiko eingehen will, sollte in den ersten drei Monaten nicht färben. Die Chemikalien, die sich in Haarfarbe und Haartönung befinden, sind nicht hochgiftig. Keine Studie konnte bisher einen negativen Effekt auf Babys nachweisen. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Sie sich ohne Bedenken in der Schwangerschaft die Haare färben können, vor allem, wenn Sie Folgendes beachten:

  • benutzen Sie Handschuhe
  • lüften Sie den Raum gut    
  • lassen Sie die Farbe so kurz wie möglich einwirken
  • beachten Sie die Packungsbeilage

Aber Vorsicht: Manchmal kann die Farbe wegen der durch die Schwangerschaft veränderten Haarstruktur auch anders ausfallen als erwartet!

Darf ich jedes Deo benutzen?

Viele Deodorants enthalten Aluminiumchlorhydrat oder synthetische antibakterielle Wirkstoffe. Beides kann Hautirriationen verursachen. Gerade in der Schwangerschaft sollten Sie auf sanfter wirkende Produkte ausweichen. Als Alternative gibt es inzwischen eine große Anzahl von Deos, die auf porenverengende und hautreizende Stoffe verzichten. Die milden Deos bekämpfen schweißzersetzende Bakterien mit natürlichen Extrakten und lassen Gerüche gar nicht erst entstehen. Wirksam sind vor allem Salbei, Hopfen, Thymian, Rosmarin oder Neem. Ein weiterer milder Deowirkstoff ist Farnesol. Es wird aus den Ölen von Lindenblüten, Rosen oder Jasmin gewonnen und duftet angenehm nach Maiglöckchen. Gegen Schweißgeruch wirken auch Zitronensäureester, eine Verbindung aus pflanzlichem Alkohol und natürlicher Zitronensäure. All diese Wirkstoffe beeinträchtigen die normale Funktion der Schweißdrüsen nicht.

Darf ich während der Schwangerschaft in die Sauna gehen?

Im Prinzip ja. Für Schwangere ab dem 4. Monat kann sich der Besuch in der Sauna sogar positiv auswirken. Durch den Wasserverlust beim Schwitzen verringern sich Wassereinlagerungen.

Ein Saunabesuch birgt jedoch auch Risiken. Vor allem in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten sollten Sie nicht in die Sauna gehen. Außerdem ist eine Schwangerschaft kein guter Zeitpunkt, um mit dem Saunieren anzufangen – die hohen Temperaturen können Ihrem Kreislauf sehr zu schaffen machen. Wer hingegen regelmäßig in die Sauna geht, kann dies auch während der Schwangerschaft tun. Allerdings: Zwei Gänge pro Saunabesuch und Woche sind ausreichend. Ein Saunagang sollte die Zeit von etwa zehn bis zwölf Minuten nicht überschreiten. Außerdem sollten jetzt niedrigere Temperaturen gewählt werden. So sind Saunen mit Temperaturen zwischen 50 und 60 Grad meist besser verträglich als solche, in denen es 90 Grad warm werden kann.

Zum Ende der Schwangerschaft können die hohen Temperaturen Wehen auslösen. Dies gilt insbesondere für Dampfbäder. Problematisch sind zudem die oft eingesetzten Aromen. Einige dieser Stoffe lösen direkt Wehen aus. Ein reiner Saunabesuch mit trockener Luft ist einem Dampfbad daher vorzuziehen.

© Diakonissen Speyer-Mannheim