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Technische Ausstattung der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie

Wesentliche Arbeitsschritte bei Operationen sind das Durchschneiden von Gewebe unter Vermeidung von Blutverlust. Unsere Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie nutzt daher bei vielen laparoskopischen und offenen Eingriffen die Hochfrequenzkoagulation. Hierfür steht uns das Ligasure®-Gerät der Firma Covidien zu Verfügung. Damit können selbst Blutgefäße von einer Dicke bis zu 7mm sicher verschweißt und durchtrennt werden. Somit wird eine extrem bluttrockene chirurgische Arbeitsweise möglich und die Operationszeit kann deutlich reduziert werden.

Foto: Covidien

Auch durch Ultraschall können Schnitt und Blutstillung in einer einzigen Aktion durchgeführt werden. Hierfür verwenden wir das Harmonic ACE® der Firma Ethicon. Selbst größere Gefäße können mit dieser Technik zeitsparend und sicher verschlossen werden. Hiermit kann zum Beispiel die Durchtrennung des Lebergewebes bei großen Leberoperationen schonend, sicher und blutarm erfolgen.

Technische Details: Durch einen speziellen Generator wird das Blatt einer Schere in hochfrequente (55.000 Hz) Schwingungen versetzt. Hierdurch wird das Gewebe auf 50ºC bis 100ºC erhitzt, sodass  die Wände der Blutgefäße miteinander verkleben und durch einen durch Denaturierung entstandenen Eiweißpropf abgedichtet werden. Diese Effekte sind lokal streng begrenzt, somit ist eine extrem präzise Gewebepräparation möglich.

Foto: Ethicon

Durch die deutlich verbesserte Behandlungsmöglichkeit von Darmkrebs leben heutzutage viele Patienten jahrelang mit dieser Diagnose. Im Laufe der Jahre können dabei Metastasen der Leber entstehen. Diese können dann häufig ebenfalls behandelt werden. Hierfür stehen sowohl Chemotherapie als auch operative Verfahren, bei denen Teile der Leber mit den Metastasen entfernt werden, zu Verfügung.

Seit wenigen Jahren existiert zudem ein weiteres Therapieverfahren, bei dem die Tumorzellen durch Mikrowellen zerstört werden. Hierfür wir eine Sonde in die Metastase gebracht und durch Mikrowellenenergie erhitzt. Dadurch werden die Zellen im Umkreis von wenigen Zentimetern verkocht und die Metastase „stirbt ab“.  Das umliegende Lebergewebe wird dadurch geschont und es können auch mehrere Metastasen in einer Operation behandelt werden. Der Eingriff kann sowohl offen als auch laparoskopisch durchgeführt werden. Bei manchen Patienten ist gerade eine Kombination der MWFA mit einer chirurgischen Leberteilentfernung sehr erfolgreich.

Foto: AveCure

In der modernen Leberchirurgie stehen den Viszeralchirurgen heutzutage verschiedene technische Möglichkeiten der blutungsarmen Durchtrennung des Lebergewebes zur Verfügung. Eine dieser Techniken ist die oberflächliche Verschorfung des Gewebes mittels eines Argonplasma-Koagulationsgeräts. Dies wird im medizinischen Umgangsdeutsch häufig einfach "Argonbeamer" genannt.

Hierbei wird Energie durch ionisiertes Argongas (Argonplasma) kontaktfrei auf das Gewebe übertragen. Dabei entsteht eine lokal starke Hitzeeinwirkung auf das Gewebe, so dass dieses verschorft. Durch eine limitierte Eindringtiefe der Energie von nur 2 – 3 mm ist das Verfahren sicher und komplikationsarm: Tiefere Schichten des Gewebes werden nicht geschädigt.

Foto: Erbe

Bei Operationen an der Schilddrüse kann es in sehr seltenen Fällen zu einer Verletzung des Stimmbandnervens kommen. Dadurch wird der Patient heiser und kann Schluckstörungen bekommen. Bei beidseitigen Verletzungen der Nerven kann es zu einer Atemstörung kommen. Da die Nerven beidseits direkt hinter der Schilddrüse verlaufen und ihre Lage sehr unterschiedlich sein kann ist eine exakte Identifizierung und konsequente Schonung der Nerven während der Operation essentiell.

Hierfür benutzen wir das elektrische Neuromonitoring der Firma Medtronic. Dabei werden spezielle Beatmungsschläuche mit integrierten Messelektroden verwendet. Die Nerven können dann entweder mittels kontinuierlicher Messung oder mit Einzelmessungen während der Operation auf ihre Funktion überprüft werden. Das Gewebe wird demnach erst durchtrennt, wenn der Nerv sicher identifiziert ist.

Wenn ein Patient nach der Operation trotz erhaltener Nerven eine Heiserkeit zeigt, ist somit Entwarnung angesagt: der Nerv ist lediglich „beleidigt“ und in den meisten Fällen nicht dauerhaft geschädigt. Die Stimme erholt sich nach wenigen Wochen.

Foto: Medtronic

Die minimal invasive Chirurgie („Schlüssellochtechnik“) der Bauchhöhle ist in den letzten Jahren immer mehr auf dem Vormarsch. Hierbei wird die Bauchhöhle mit Co2 aufgeblasen, eine Kamera meist über den Nabel eingebracht und über Hülsen (sogenannte Trokare) wie mit Stäbchen durch die Bauchdecke operiert. Diese Art des Operierens ist bisher noch nicht in allen Krankenhäusern Standard, wir operieren mittlerweile fast alle Eingriffe an Gallenblase, Blinddarm und Dickdarm auf diese Art und Weise.

Die Vorteile dieses Operierens sind insbesondere die geringeren Schmerzen nach der Operation, weniger Narbenbrüche und bessere kosmetische Ergebnisse.

Seit einiger Zeit werden auch sogenannt „Single Port“-Techniken angepriesen, derzeit werden jedoch vermehrt Wundheilungsstörungen und unschöne Narben in der Literatur berichtet, so dass wir diese Technik nicht anwenden.

Zur noch besseren Kosmetik haben wir bereits eine nur 5 mm große Kamera und kleinste Instrumente von nur 3,5mm Größe eingeführt. Somit können bei ausgewählten Patienten und Operationen (z. B. bei Kindern) extrem kleine Bauchschnitte angewendet werden, die z. T. narbenlos verheilen.

Um insbesondere bei sehr diffizilen Eingriffen auch sehr kleine nur wenige Millimeter große Strukturen exakt erkennen zu können, werden zum Teil Vergrößerungen notwendig. In der minimal invasiven Chirurgie übernimmt dies die Kamera, da diese über eine 8-fache Vergrößerung verfügt. In der Offenen Chirurgie werden Lupenbrillen verwendet. Diese haben meist eine 3-fach Vergrößerung. So können zum Beispiel haarfeine Nerven gut gesehen und geschont werden.

Während großer Bauchoperationen steht unserer Abteilung ein weiteres Ultraschallgerät zur Verfügung. Hiermit können bei eröffnetem Bauch sehr genaue Untersuchungen der Organe durchgeführt werden. Z. B. bei Lebereingriffen kann somit die Größe der Befunde noch einmal überprüft und ggf. das Ausmaß der Operation entsprechend angepasst werden.

Foto: Toshiba

© Diakonissen Speyer-Mannheim