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Chirurgie der Halsschlagadern

Jährlich erleiden in der Bundesrepublik Deutschland ca. 250.000 Menschen einen Schlaganfall. 40.000 dieser Schlaganfälle sind durch Engstellen der Halsschlagadern (Carotis-Stenosen) bedingt.

Hauptrisikofaktoren dieser Gefäßverengung sind Bluthochdruck, hohes Cholesterin, Rauchen, Diabetes mellitus, Übergewicht und Bewegungsmangel.

Viele Schlaganfälle könnten durch rechtzeitiges Erkennen und Beseitigen von Carotis-Stenosen verhindert werden. Schlaganfälle äußern sich durch einseitige Sehstörungen, Lähmungen von Armen und Beinen oder entsprechende Gefühlsstörungen.

Kleine, kurz dauernde Schlaganfälle (transitorische ischämische Attacken, sog. TIA) sind Vorboten des großen Schlaganfalls. Jährlich werden in Speyer ca. 150 Patienten mit Carotis-Stenosen operiert.

In Speyer werden 95 % aller Halsschlagader-Operationen im Sinne der klassischen Ausschälplastik und Erweiterung mit einem Kunststoffstreifen durchgeführt.

Diese Methode existiert seit über 50 Jahren und hat sich bis heute bewährt. Im Unterschied zu vielen anderen Gefäßzentren werden nahezu alle Halsschlagader-Operationen in örtlicher Betäubung durchgeführt, was den Vorteil hat, dass der Patient bei der Operation wach ist und die Hände und Füße nach Aufforderung bewegen kann. Die früher bei uns praktizierte Methode, die Hirndurchblutung durch ein EEG zu überprüfen (somatosensorische Prozesspotenziale) haben wir wegen der Unsicherheit der Methode verlassen. Seit Einführung der örtlichen Betäubung in die Carotis-Chirurgie haben wir keine Schlaganfälle mehr ausgelöst.

Als alternatives Verfahren kommt zunehmend die Aufdehnung und Stentung der Halsschlagaderengstellen in Frage. Dieses Verfahren bieten wir zusammen mit den Kardiologen des Hauses an (Chefarzt Dr. med. Harald Schwacke). Sie werden dann gemeinsam mit den Kardiologen im Herzkatheterlabor durchgeführt.

© Diakonissen Speyer-Mannheim