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Ablauf im Brustzentrum

Der erste Schritt ist die Vorsorgeuntersuchung. Sprechen Sie bitte zuerst mit Ihrem Hausarzt bzw. Frauenarzt. Dieser entscheidet mit Ihnen zusammen, ob eine Mammographie sinnvoll ist. Diese kann kurzfristig, beispielsweise im Radiologischen Zentrum Speyer, durchgeführt werden. - Das Wichtigste ist eben, dass Sie sich vorsorglich - mindestens jedoch, wann immer Sie einen Verdacht haben - untersuchen lassen.

Brustsprechstunde
Bis auf Donnerstag findet jeden Werktag eine Brustsprechstunde statt. Im Rahmen der Sprechstunde wird eine histologische Diagnose erstellt, d. h. es wird eine minimal-invasive Gewebeprobe bei Ihnen entnommen und untersucht.

Das Ergebnis wird Ihnen innerhalb von 1 - 3 Werktagen in einem persönlichen Gespräch durch einen Arzt des Brustzentrums mitgeteilt. Bei einem Nachweis einer bösartigen Veränderung wird durch ein Staging untersucht (ambulante Untersuchung der Lunge, Leber und Knochen), ob Metastasen in den Organen vorliegen. Diese Termine organisieren wir gerne für Sie.

Im Anschluss erfolgt die stationäre Aufnahme zur Operation. Einen Termin erhalten Sie in der Ambulanz des Brustzentrum Speyer.

Operation
Heute können über 70% aller betroffenen Frauen brusterhaltend operiert werden. Die Geschwulst selbst, die unmittelbare Umgebung und die Lymphknoten in der Achselhöhle werden dabei entfernt. Weitere Untersuchungen des Tumorgewebes zeigen, mit welcher Wahrscheinlichkeit Metastasen entstehen könnten und ob eine Chemotherapie notwendig ist. Bei einer brusterhaltenden Operation ist in jedem Fall eine nachfolgende Bestrahlung erforderlich.

Durch die Zusammenarbeit von Radiologischem Zentrum Speyer und Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer kann am Brustzentrum Speyer die so genannte Sentinel Node Biopsie (Wächterlymphknotenbiopsie genannt) durchgeführt werden. Hierdurch kann vermieden werden, dass Frauen bei Brustkrebsoperationen mehrere Achsellymphknoten entfernt werden.

Brusterhaltende OP oder Amputation
Es hängt von der Größe des Tumors im Verhältnis zur Brustgröße ab, ob brusterhaltend operiert werden kann oder nicht. Die Grundvoraussetzungen sind dabei sowohl die Möglichkeit der kompletten Tumorentfernung, als auch ein gutes kosmetisches Ergebnis. Falls jedoch eine komplette Brustabnahme notwendig sein sollte, bedeutet dies keinesfalls den Verlust der körperlichen Integrität. Auch die amputierte Brust kann rekonstruiert werden.

Chemotherapie
Allein das Wort flößt vielen Menschen Angst ein. Viel kürzer als früher ist heutzutage die Chemotherapie, die eventuell auch vor der Operation eingesetzt werden und dazu beitragen kann, dass sich in 70 bis 90% der Tumor zurückbildet. Auch sind die Nebenwirkungen viel besser zu behandeln als früher. Die Kunst besteht darin, Wirkstoffe so zu kombinieren, dass sie den Krebs vernichten und die Nebenwirkungen auf ein Minimum reduzieren. Die Chemotherapie nach der Operation verringert das Risiko einer Metastasierung und die Neubildung des Tumors.

Hormontherapie
Die meisten Tumore der weiblichen Brust sind hormonabhängig, d.h. ihr Wachstum lässt sich über Hormone bzw. Antihormone beeinflussen. Es beeinflusst Wachstumsfaktoren und soll das Entstehen von Metastasen verhindern und den Krebs zurückbilden. Jetzt schon seltene Nebenwirkungen der Medikamente können in Kürze durch Neuentwicklungen, basierend auf dem gleichen Grundkonzept, deutlich reduziert werden.

Antikörper-Therapie
z. B. Herceptin: Wenn sich im Tumor Oberflächenproteine nachweisen lassen, was bei etwa 30% aller Tumore der Fall ist, besteht ggf. die Möglichkeit einer erfolgversprechenden zusätzlichen Therapie bei Metastasierung, eventuell auch schon früher.

Immuntherapie
Nur ein solides körpereigenes Abwehrsystem kann Krebszellen bekämpfen, neue verhindern und Nebenwirkungen von Therapien minimieren. Die Mistel ist eines der bedeutendsten biologischen Medikamente. Eindeutige Beweise für die Wirksamkeit gibt es heute jedoch noch nicht.

Psychologische Unterstützung
Für Frauen ist es oft hilfreich, schon während der Diagnosestellung mit einer psvchoonkologisch ausgebildeten Therapeutin zu sprechen. Sie kennt die Gefühle einer Frau, die in Angst vor Krebs lebt und bietet Hilfe und Orientierung. Die betroffene Frau kann sich dann auf das wirklich Notwendige konzentrieren. Gerne vermitteln wir den Kontakt.

Weitere Alternativen
Sieben von zehn Krebskranken setzen auf unkonventionelle Heilmethoden - entweder zusätzlich zur klassischen Behandlung (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) oder gar ausschließlich. Diese unkonventionellen Heilmethoden bergen allerdings - unkontrolliert angewendet - erhebliche Risiken, deren Schädigungspotenzial die Patientin gewöhnlich nicht einzuschätzen weiß. Da die Kenntnisse über Krebserkrankungen mittlerweile derartig umfangreich sind, müssen Spezialisten her, um aus der Komplexität der Behandlungsmöglichkeiten die optimalen Therapie-Optionen den betroffenen Frauen anbieten zu können. Neben Operation, Strahlentherapie und der Vielzahl verschiedener Chemotherapien gewinnen zunehmend die Hormon- und die Immuntherapie (Antikörpertherapie) an Bedeutung. Im Kloster Paradiese bilden z.B. naturheilkundliche Verfahren einen zusätzlichen Schwerpunkt, um das „regenerative Potenzial im kranken Menschen früh und dauerhaft zu fördern.“

© Diakonissen Speyer-Mannheim