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Medizinisches Glossar P - Z


P

= Kinder- und Jugendheilkunde. Die Pädiatrie ist ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Gesundheit von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen befasst. Dabei steht die gesunde Entwicklung des Kindes, die Krankheitsvorsorge sowie die Erkennung und Behandlung von Krankheiten im Vordergrund. Kinderärzte (Pädiater) setzen Wissen und Methoden aus den verschiedensten Fachgebieten ein.

Die Palliativmedizin hilft bei fortgeschrittenen, schweren Erkrankungen, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu erhöhen, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. So werden palliativ unter anderem Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit und depressive Verstimmungen behandelt. Dabei steht mehr das Wohlbefinden des Betroffenen im Vordergrund, als eine Lebensverlängerung mit allen Mitteln. Im Gegensatz zur Palliativmedizin hat eine kurative Behandlung die Heilung von der Erkrankung zum Ziel.

PEG

= Perkutane Endoskopische Gastrostomie. Die PEG ist ein künstlicher Zugang zum Magen von außen, d.h. durch die Bauchwand. Sie ermöglicht die künstliche Ernährung über einen längeren Zeitraum hinweg, z.B. bei Krebserkrankungen, Schlaganfällen oder Operationen an Gesicht oder Kiefer. Durch eine PEG lässt sich flüssige Nahrung in den Magen spritzen. Eine PEG ist im Gegensatz zur Magensonde auch bei Schluckbeschwerden einsetzbar. Die PEG wird mithilfe eines Endoskops durch die Bauchwand in den Magen gelegt bzw. entfernt.

Die Phlebologie ist eine medizinische Fachrichtung, die sich mit der Erkennung und Behandlung von Gefäßerkrankungen (vor allem der Venen) befasst. Venenärzte (Phlebologen) behandeln Venenerkrankungen wie Krampfaderleiden (Varikosis).

= Messung des pH-Werts. Im medizinischen Sinne wird bei der pH-Metrie die Säurebildung im Magen gemessen oder geprüft, ob Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt (Reflux). Der Arzt platziert eine Mess-Sonde über einen dünnen Schlauch (Katheter) durch das Nasenloch in Magen oder Speiseröhre. Ein tragbares Messgerät zeichnet 24 Stunden lang die pH-Werte auf. Essen, Trinken und Bewegung sind erlaubt. Die pH-Metrie hilft bei der Diagnose von dauerhaftem Sodbrennen (Refluxerkrankung) oder einer veränderten Säurebildung im Magen.

= Lungenheilkunde. Die Pneumologie (auch: Pneumonologie, Pulmologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Lungenärzte (Pneumologen) befassen sich mit der Funktion und Erkrankungen der Lunge und der Luftwege (Bronchien) sowie des umgebenden Brustfells (Pleura) und Mittelfells (Mediastinum). Häufige pneumologische Erkrankungen sind Asthma bronchiale, akute und chronische Bronchitis und die Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Zur Diagnose lassen sich u.a. die Lungenspiegelung (Bronchoskopie), bildgebende Verfahren sowie ein Lungenfunktionstest (Spirometrie) einsetzen.

= Untersuchung des Schlafs in einem Schlaflabor. Mittels Polysomnografie lassen sich Schlafstörungen feststellen und teilweise auch deren Ursachen aufdecken. Sie dauert gewöhnlich zwei Tage, wobei auch das Wachverhalten protokolliert wird. Zu den nächtlichen Untersuchungen zählen u.a. das Aufzeichnen von Herz- und Hirnströmen (EKG, EEG), des Sauerstoffgehalts des Bluts (Pulsoxymetrie), der Muskelspannung (EMG) und der Augenbewegungen (EOG).

Port ist das Kurzwort für Portkatheter. Dabei handelt es sich um einen dauerhaften Zugang in den Blutkreislauf. Durch einen Portkatheter kann medizinisches Personal Arzneimittel in das Blut geben oder Blut entnehmen, ohne jeweils durch die Gefäßwand der Venen zu stechen (Injektion). Ports sind u.a. bei Chemotherapien und künstlicher (parenteraler) Ernährung sinnvoll, um Venenentzündungen durch wiederholtes Spritzen zu vermeiden. Sie bestehen aus einem Reservoir aus Metall oder Kunststoff sowie einer Membran und sind im Unterhautfettgewebe platziert.

= Untersuchung des ungeborenen Kindes und der Schwangeren. Die Pränatale Diagnostik (auch: Pränataldiagnostik) ist Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge. Dabei werden routinemäßig alle Schwangeren in bestimmten zeitlichen Abständen mittels Ultraschall (Sonografie) untersucht. Der Arzt erkennt dabei u.a. die Größe und Lage des Kindes und des Mutterkuchens (Plazenta) sowie mögliche Auffälligkeiten. Bei einer Risikoschwangerschaft lassen sich mithilfe einer Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie kindliche Zellen untersuchen.

Die Psychoonkologie hilft bei einer Krebserkrankung, die Krankheit und ihre Folgen seelisch zu bewältigen. Psychoonkologen unterstützen an Krebs Erkrankte und ihre Angehörigen zum einen psychologisch (z.B. mit einer Psychotherapie) und zum anderen in der Bewältigung des Alltags (soziologisch). Zum Psychoonkologen können sich Ärzte und Psychologen weiterbilden lassen, ebenso Sozialpädagogen, Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Theologen und verwandte Berufsgruppen.

= die Lungen betreffend. Beispielsweise handelt es sich bei den Pulmonalarterien um die Gefäße, welche die Lunge mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Medikamente, die pulmonal verabreicht werden, gelangen über die Lunge (Einatmung, Inhalation) in den Körper, z.B. Asthma-Spray.

R

= Strahlenmedizin. Die Radiologie ist ein medizinisches Teilgebiet, das sich mit der Erforschung und Anwendung von (meist) energiereicher Strahlung befasst. So lassen sich z.B. Röntgenstrahlen zur Diagnose (z.B. von Knochenbrüchen) und zur Therapie (Strahlentherapie, z.B. von Krebserkrankungen) einsetzen. Auch weitere bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT), Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT, Kernspintomografie) und Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) werden in der Radiologie angewandt.

= Wiederauftreten eines Tumors oder einer Erkrankung. Beispielsweise kann nach einer Brustkrebs-Behandlung ein erneuter bösartiger Knoten in der Brust auftreten. Um ein Rezidiv frühzeitig erkennen und behandeln zu können, erfolgen bei Krebserkrankungen regelmäßige Nachsorge-Untersuchungen.

S

Die Schlafmedizin ist ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit dem gesunden Schlaf und Schlafstörungen befasst. Wichtiger Untersuchungsraum der Schlafmedizin ist das Schlaflabor. Eine Untersuchung dauert meist zwei Tage und zwei Nächte. Zu den nächtlichen Untersuchungen zählen u.a. das Aufzeichnen von Herz- und Hirnströmen (EKG, EEG), des Sauerstoffgehalts im Blut (Pulsoxymetrie), der Muskelspannung (EMG) sowie der Augenbewegungen (EOG).

Senologie ist die Lehre von der Brust und ihren Erkrankungen. Der Begriff setzt sich aus dem französischen Wort „le sein" (= die Brust) und dem griechischen Wort „logos" (= die Lehre) zusammen. Der Senologe ist spezialisiert auf die Behandlung von Erkrankungen der Brust. Hierzu zählen auch bösartige Tumoren der Brust (Brustkrebs, Mammakarzinom).

= Ultraschall-Untersuchung. Die Sonografie ist ein bildgebendes Verfahren, welches es ermöglicht, innere Organe sichtbar zu machen und ggf. Veränderungen zu erkennen. Eine Ultraschall-Sonde erzeugt dabei Schallwellen, welche das Gewebe entweder zurückwirft (reflektiert) oder streut. Das Ultraschall-Gerät misst die reflektierten Anteile und zeigt sie als Bild auf einem Monitor an. Die Ultraschall-Untersuchung ist schmerzfrei und birgt keine Risiken und Nebenwirkungen.

Ein Stent ist ein kleines Gitterröhrchen aus Metall oder Kunststoff, das als Gefäßstütze dient (Gefäßprothese). Ein solches Drahtgeflecht wird in der Medizin beispielsweise nach der Aufdehnung eines verengten Herzkranzgefäßes eingesetzt, um dieses zu stabilisieren und vor einem erneuten Verschluss zu bewahren.

Ein Stoma ist eine operativ hergestellte Öffnung zur Körperoberfläche. Meist ist hiermit der künstliche Darmausgang, das Enterostoma (auch Anus praeter oder Bauchafter) gemeint. Die Stomatherapie kann vorübergehend oder dauerhaft notwendig sein, wenn die normale Darmfunktion nicht mehr möglich ist (z.B. bei Enddarmkrebs). Der Anus wird operativ verschlossen und der Darm auf die Bauchdecke ausgeleitet. Die Austrittsstelle erhält einen geruchsdichten Auffangbeutel für den Stuhl, oder die Bauchdecken-Öffnung wird mit einer Klappe abgedeckt und einmal am Tag der Darm mit einer Spülflüssigkeit geleert. Bereits im Krankenhaus erlernen Menschen mit einer Stomatherapie den Umgang mit dem künstlichen Darmausgang (Beutelwechsel, Hautpflege etc.).

Als Stoma bezeichnet man in der Medizin auch andere künstliche Ausgänge, wie die der Blase zur Ableitung des Urins (Urostoma) oder der Luftröhre zwecks Beatmung (Tracheostoma).

Bei der Strahlentherapie wird energiereiche (ionisierende) Strahlung eingesetzt, z.B. Röntgen- oder Elektronenstrahlung. Sie eignet sich u.a. zur Behandlung von bestimmten Krebsarten. Dabei berechnet ein Strahlentherapeut, welche Strahlenart und Strahlendosis optimal sind. Die Strahlentherapie tötet Krebszellen ab oder schränkt deren Teilungsfähigkeit ein. Mehrere Behandlungen sind notwendig; meist ordnet ein Arzt (Onkologe) die Strahlentherapie in Kombination mit einer Chemotherapie oder Operation an.

T

Eine Tagesklinik ist eine Einrichtung der ambulanten bzw. teilstationären Patienten-Versorgung. Hier können Patienten bis zu 24 Stunden lang medizinisch betreut werden. Neben fachspezifischen Tageskliniken (z.B. für Psychiatrie), gibt es fachübergreifende (interdisziplinäre) Einrichtungen. Krankenhäuser verfügen häufig über Tageskliniken, in denen die Patienten nach ihrem stationären Aufenthalt eine Zeit lang tagsüber weiter behandelt werden.

Der Begriff transthorakal bedeutet „durch (= trans) den Brustkorb (= Thorax)". So wird das Herz bei der transthorakalen Echokardiografie (= Ultraschall-Untersuchung des Herzens) mittels einer auf den Brustkorb platzierten Ultraschall-Sonde von außen „durch den Brustkorb" betrachtet.

Als Tumor bezeichnet man gemeinhin eine Geschwulst. Genau genommen handelt es sich um eine Schwellung von Gewebe, welche die unterschiedlichsten Ursachen haben kann. Tumor bedeutet nicht gleich Krebs: Von einem bösartigen (malignen) Tumor (= Krebs) zu unterscheiden sind die viel häufigeren, gutartigen (benignen) Tumoren. Auch Entzündungen und Verletzungen mit Flüssigkeitsansammlung (Ödeme) können Schwellungen (= Tumoren) verursachen.

V

Die Viszeralchirurgie ist ein Teilgebiet der Chirurgie und umfasst die operative Behandlung der Bauchorgane, also v.a. von Magen und Darm, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, Leber und Milz. Auch ein Leistenbruch wird in der Viszeralchirurgie operiert. Der deutsche Begriff lautet Bauchchirurgie.

Z

= Lehre von den Zellen. In der Medizin dient die Zytologie in erster Linie der Erkennung krankhafter Veränderungen von Zellen. Bei Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung entnimmt der Arzt einen Abstrich oder eine Gewebeprobe (Biopsie, Punktion). Im Labor werden die Zellen angefärbt und unter dem Mikroskop begutachtet. Regelmäßige zytologische Untersuchungen beim Frauenarzt sind wichtig in der Krebsvorsorge (PAP-Abstriche), da sich hiermit frühzeitig Veränderungen der Schleimhautzellen nachweisen lassen.

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