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Medizinisches Glossar L - O


L

= Bauchspiegelung. Die Laparoskopie ermöglicht dem Arzt, sich die Bauchhöhle des Patienten genau anzuschauen und ggf. Erkrankungen sofort zu behandeln. Ein typischer laparoskopischer Eingriff ist z.B. die Entfernung der Gallenblase. Für eine Laparoskopie sind nur kleine Schnitte notwendig, über die der Chirurg eine Kamera (Endoskop) und Operationsinstrumente in die Bauchhöhle einführt. Da ein großer Bauchschnitt vermieden wird, bezeichnet man solche Eingriffe auch als „minimal-invasiv".

M

= bösartig. Der Begriff kennzeichnet in erster Linie Krebserkrankungen, mitunter werden aber auch andere Krankheiten mit sehr schwerem und bedrohlichem Verlauf als maligne bezeichnet. Im Gegensatz zu benignen (gutartigen) Geschwulsten wachsen maligne Tumoren oft sehr schnell. Der Krebs „frisst" sich dabei in benachbartes gesundes Gewebe und Organe hinein (sog. infiltratives Wachstum). Ein typisches Zeichen für Malignität (Bösartigkeit) ist auch die Bildung von Tochtergeschwulsten (Metastasen).

Die Mediastinoskopie ist ein Untersuchungsverfahren in Vollnarkose, bei dem der Arzt den oberen Anteil des Mediastinums einsehen kann. Das Mediastinum ist der Bereich des Brustkorbs, der zwischen den beiden Lungenflügeln liegt und das Herz, die großen Blutgefäße, Lymphknoten und Nerven enthält. Außerdem verlaufen hier die Luft- und Speiseröhre. Über einen Hautschnitt am Hals führt der Untersucher ein starres Sichtrohr (Mediastinoskop) ein. Er kann darüber z.B. Tumoren erkennen und direkt Gewebeproben entnehmen.

= Tochtergeschwulst eines bösartigen Tumors. Krebszellen können typischerweise in andere Organe streuen. Eine solche Absiedelung ist z.B. eine Lebermetastase bei Darmkrebs. Liegt eine massive Metastasierung vor, spricht man im Volksmund auch von „Streukrebs". Metastasen können in der Onkologie (Krebsheilkunde) u.a. mittels Chemotherapie, Strahlentherapie oder Operation behandelt werden.

Invasive Methoden bezeichnen Vorgehensweisen, bei denen der Arzt mit medizinischen Instrumenten in den Körper des Patienten eindringt, um die Diagnose und Behandlung unterschiedlicher Erkrankungen zu ermöglichen. Dabei nimmt z.B. bei Operationen durch den Hautschnitt auch gesundes Gewebe Schaden. Unter minimal-invasiv versteht man Methoden, die diesen Schaden und damit die Belastung für den Patienten so gering wie möglich halten (z.B. die laparoskopische oder „Schlüsselloch"-Chirurgie).

MRT

MRT ist die Abkürzung für die Magnet-Resonanz-Tomografie, auch Kernspintomografie genannt. Die MRT gehört zu den bildgebenden Verfahren in der Medizin und kann innere Gewebe und Strukturen sichtbar machen. Insbesondere weiche Gewebe, die fett- oder wasserhaltig sind, lassen sich auf MRT-Aufnahmen gut darstellen. Die untersuchten Personen sind dabei keiner Strahlenbelastung ausgesetzt. Bei manchen MRT-Untersuchungen ist eine Gabe von Kontrastmittel erforderlich, um das Gewebe noch besser sichtbar zu machen.

= mehrfach unempfindlich. Krankheitserreger wie Bakterien lassen sich in der Regel durch geeignete Medikamente wie Antibiotika abtöten. Ist ein Bakterium gegen ein bestimmtes Antibiotikum allerdings unempfindlich, so ist es gegen diesen Wirkstoff resistent. Sind gleich mehrere unterschiedliche Wirkstoffe resistent, spricht man von einem multiresistenten Keim. Auch Viren können gegen entsprechende Medikamente (sog. Virustatika) resistent sein.

N

Die Neurochirurgie ist ein Teilgebiet der Medizin. Neurochirurgen operieren am Gehirn oder am Rückenmark, um z.B. Bandscheibenvorfälle, Gehirnverletzungen, Hirnblutungen (Schlaganfall) oder Hirntumoren zu behandeln. Durch computergesteuerte Technik ist es Neurochirurgen möglich, auch in schwer zugänglichen Bereichen des Schädels präzise zu operieren.

= im Krankenhaus erworben. Eine nosokomiale Infektion ist eine Ansteckung mit Krankheitserregern (sog. Krankenhaus-Keime) während eines Krankenhaus-Aufenthalts. Solche Krankenhaus-Keime können resistent gegen Antibiotika und daher schwer zu bekämpfen sein. Der Begriff „nosokomial" leitet sich vom griech. Wort „Nosokomeion" (= Krankenhaus) ab.

O

= Verstopfung. Der Stuhlgang ist selten und der Stuhl teilweise von so harter Konsistenz, dass Schmerzen beim Entleeren des Darms auftreten. Ursache einer Obstipation kann unter anderem eine ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel oder Erkrankungen (z.B. Darm- und Nervenerkrankungen, Diabetes mellitus, Hormonstörungen) sein. Die Behandlung der Verstopfung richtet sich nach ihrer Ursache. Allgemein hilft Bewegung, eine ballaststoffreiche Kost sowie Quellmittel (z.B. Flohsamen). Es ist sehr wichtig, ausreichend zu trinken, um einer Verstopfung vorzubeugen.

= Teilgebiet der Inneren Medizin, das die Behandlung von Krebserkrankungen umfasst. Zur Onkologie zählt die Krebsvorsorge, Diagnose von Tumoren (u.a. mittels bildgebender Verfahren), Therapie (u.a. Chemo- und Strahlentherapie) und die Nachsorge. Psychotherapeutische Unterstützung bietet die Psychoonkologie.

= Kinder- und Jugendheilkunde. Die Pädiatrie ist ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Gesundheit von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen befasst. Dabei steht die gesunde Entwicklung des Kindes, die Krankheitsvorsorge sowie die Erkennung und Behandlung von Krankheiten im Vordergrund. Kinderärzte (Pädiater) setzen Wissen und Methoden aus den verschiedensten Fachgebieten ein.

(auch: Ösophagogastroduodenoskopie) = Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm. Dazu führt der Arzt einen dünnen Schlauch in die Speiseröhre (Oesophagus) ein, über den er den Verdauungstrakt über den Magen (Gaster) bis zum Zwölffingerdarm (Duodenum) begutachten kann. So erkennt der Arzt Anzeichen von Entzündungen sowie Blutungen und Geschwüre (Ulcera) der Schleimhäute. Auch kann er Gewebeproben (Biopsien) entnehmen.

= Druckmessung in der Speiseröhre. Mithilfe der Ösophagusmanometrie lässt sich die Funktion der Speiseröhre und ihrer Schließmuskeln überprüfen. Dabei schiebt der Arzt einen Schlauch (Katheter) über die Nase in die Speiseröhre. Dieser ist mit Messfühlern ausgestattet und zeichnet den Ruhedruck in der Speiseröhre sowie den Druck beim Schlucken von Leitungswasser auf. Die Methode wird zur Diagnostik bei Schluckbeschwerden, Rückfluss von Magensäure (Sodbrennen, Reflux) und Speiseröhren-Krämpfen eingesetzt.

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