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Diakonissen Speyer-Mannheim

    Unsere Geschichte

    Die Arbeit der Diakonissen in Speyer hat 1859 mit der Gründung der Evangelischen Diakonissenanstalt Speyer begonnen.

    In Zeiten sozialer Not und Epidemien wie Typhus und Cholera sollten evangelische Schwestern kranke, alte und behinderte Menschen pflegen und Kinder betreuen und erziehen. Junge Frauen ließen sich im Mutterhaus in der Krankenpflege, seit der Übernahme der städtischen Kleinkinderbewahranstalt 1869 auch in der Kinderbetreuung ausbilden und waren aus der Kraft ihres Glaubens heraus für andere da.

    Seit 1860 wurden Außenstationen gegründet, zunächst in Zweibrücken, später in Frankenthal, Pirmasens und Kaiserslautern. Diakonissen waren in zahlreichen Städten und Gemeinden über Jahrzehnte in der Gemeindekrankenpflege, in Kindergärten, Krankenhäusern und Heimen tätig. Mit wachsenden Aufgaben und einer größer werdenden Schwesternzahl wurde das Mutterhaus bald zu klein, 1885 ermöglichte Heinrich Hilgard, ein Speyerer, der nach Amerika ausgewandert war, den Bau des heutigen Mutterhauses. Aus seinem Vermächtnis noch gab er Geld für den Bau des ersten Krankenhauses, das 1907 eingeweiht wurde.

    In der Blütezeit des Speyerer Mutterhauses in den 1930er Jahren mit über 600 Diakonissen betrieben die Schwestern Gemeindepflegestationen, Krankenhäuser, Heime und Kinderschulen in mehr als 200 Orten in der Pfalz und darüber hinaus. 1919 erwarb die Diakonissenanstalt das Schloss in Lachen und begann, sich um Menschen mit Behinderung zu kümmern. Nach einigen Rückschlägen wurde die Arbeit mit behinderten Menschen 1932 in Bethesda Landau fortgesetzt.

    Das Mutterhaus entwickelte sich zu einem eigenen kleinen Gemeinwesen in Speyer mit eigener Wäscherei, Bäckerei und einem Gutshof. Die Diakonissen gehörten in Speyer und zahlreichen Gemeinden der Pfalz zum Stadtbild. Sie lebten ihren Glauben und waren da für Menschen in Not, die sie betreuten, denen sie halfen.

    Die Arbeit der Diakonissen ging mit der Zeit: Als die Zahl der Schwestern zurückging, begleiteten sie ab den 1970er Jahren den Aufbau der Ökumenischen Sozialstationen. Neben die Diakonissen traten die Gemeinschaften der Diakonischen Schwestern und Brüder. 1967 wurde ein neues, modernes Krankenhaus eingeweiht, es kamen Altenheime hinzu, aus dem Kinderheim entwickelten sich Wohngruppen der Jugendhilfe, nach dem Bau der Kinderklinik wurde aus dem Säuglingsheim das heutige Schulzentrum, in Ludwigshafen wurde 1998 die Maudacher Werkstatt für Menschen mit Behinderung gegründet, im selben Jahr in Speyer das erste stationäre Hospiz in Rheinland-Pfalz eingeweiht.

    2004 fusionierte das Diakonissenkrankenhaus in Speyer mit dem städtischen Stiftungskrankenhaus, es entstand das Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus. 2011 begannen Baumaßnahmen zur Zusammenführung beider Krankenhäuser, die zu einer deutlichen Erweiterung 2014 führten und 2018 abgeschlossen sein werden.

    Ebenfalls 2004 folgte die Beteiligung am Diakoniekrankenhaus Mannheim und an der Seniorenresidenz Niederfeld in Mannheim. Darüber verschmolzen die Diakonissenmutterhäuser in Speyer und Mannheim, 2007 zogen die Mannheimer Schwestern aus ihrem 1884 gegründeten Mutterhaus nach Speyer.

    2014 beteiligten sich die Diakonissen Speyer-Mannheim an der Ökumenischen Sozialstation Donnersberg-Ost, um das Angebot stationärer Altenpflege in Kirchheimbolanden im ambulanten Bereich zu erweitern.

    In Mannheim waren seit 1861 Karlsruher Diakonissen tätig und betrieben neben der Gemeindekrankenpflege ein Kinderspitälchen, aus dem das Krankenhaus erwuchs, mit dem 1884 das selbständige Mannheimer Diakonissenhaus begann. Schwestern wurden ausgebildet, die in 50 Stationen in Nordbaden in der Gemeindekrankenpflege tätig waren und in Krankenhäusern in Mannheim, Wertheim, Weinheim und Adelsheim. Die Diakonissenschaft erreichte 1937 eine Höchstzahl von 205 Schwestern. Im 2. Weltkrieg wurde das Krankenhaus, mehrfach erweitert in F7, durch Bomben zerstört. Von 1945 bis 1949 betrieben Schwestern ein Behelfskrankenhaus in der Schule in Ladenburg, danach zogen sie in drei Gebäude der Lüttichkaserne in Käfertal. Als die Gebäude wieder militärisch genutzt werden sollten, trat der Neubau des Diakonissenkrankenhauses und Mutterhauses auf dem Lindenhof an ihre Stelle. 1999 fusionierte das Diakonissenkrankenhaus mit dem Heinrich-Lanz-Krankenhaus zum Diakoniekrankenhaus.

    Seit 1859 in Speyer und 1884 in Mannheim wurde aus einem kleinen Mutterhaus mit Krankenstube eine nahezu flächendeckende Versorgung in der Pfalz und in Baden und ihren Randgebieten. Die Diakonissen waren und sind Erinnerung daran, dass Hilfe für andere wichtig ist im Leben. Diakonissen haben eine eigene Lebensform entwickelt, sie leben gemeinsam im Mutterhaus mit der beruhigenden Sicherheit der Versorgung, aber auch mit der großen Freiheit, in der Nachfolge Jesu für andere da sein zu können. Die Geschichte der Diakonissen ist ein Stück Sozialgeschichte unseres Volkes. Sie ist ein bleibendes Vorbild für alle, die dem Werk heute verbunden sind: den Mitgliedern der Diakonischen Gemeinschaften, den Mitarbeitenden in den Arbeitszweigen und den Freunden des Hauses.

    Nach wie vor sind wir in der Tradition der Diakonissen in unseren Einrichtungen für alte und kranke Menschen, für Menschen mit Behinderung, für Kinder und Jugendliche da.

     

    Erstes Mutterhaus in Speyer
    Gemeindekrankenpflege
    Kindergartenarbeit
    Mutterhaus
    © Diakonissen Speyer-Mannheim