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Diakonissen Speyer-Mannheim

    Kaiserswerther Diakonissentradition

    Mit der Gründung des Mutterhauses in Speyer 1859 schloss man sich der Bewegung von Friederike und Theodor Fliedner an, die 1836 im Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth ein Mutterhaus aufgebaut und damit der Mutterhausdiakonie in Deutschland den Anstoß gegeben hatten.

    Fliedner gründete das Kaiserswerther Mutterhaus, um den drängenden sozialen Problemen des Industriezeitalters, insbesondere in der Pflege von Alten und Kranken und der Erziehung und Bildung von Kindern, zu begegnen. Er eröffnete damit unverheirateten Frauen eine Ausbildung in einem sozialen Beruf als Krankenschwester oder Kinderschulschwester. Ihren Dienst am Menschen tun Diakonissen seither in ihrer Tracht der Bürgersfrau des Biedermeier, die ihnen ein selbständiges Auftreten in der Öffentlichkeit gestattete, wie es sonst nur verheirateten Frauen möglich war. Im Laufe der Zeit entstanden zahlreiche weitere Mütterhäuser in Deutschland und darüber hinaus. Sie gelten seither als Zentren der christlichen Gemeinschaft, Orte der Ausbildung und Aussendung und sind Heimat für die Diakonissen.

    1861 wurde die Kaiserswerther Generalkonferenz gegründet, in der sich Mutterhäuser aus ganz Europa und Übersee zusammenschlossen. Aus dieser Konferenz heraus, die auch heute noch besteht und die Möglichkeit des internationalen Austausches bietet, bildete sich 1916 der Kaiserswerther Verband.

    Mit 74 Diakonissen Mutterhäusern in Deutschland und 26 europäischen und überseeischen Diakonissenhäusern hat der Verband heute zum Ziel, die Entwicklung der Mitgliedshäuser durch die Verbindung und den Austausch untereinander zu unterstüzen. Er stärkt die Gemeinschaft durch geistliche und fachliche Angebote und fördert diakonische Bildungs- und Fortbildungsangebote. Menschen, die sich mit Fragen zu christlichen Gemeinschaften beschäftigen oder sich mit diakonischem Handeln auseinandersetzen, finden im Kaiserswerther Verband einen Ansprechpartner.

    Das Netzwerk Kaiserswerther Generalkonferenz verbindet die Häuser und Werke, die sich dem diakonischen Gedanken nach Kaiserswerther Vorbild verpflichtet fühlen. Regelmäßige Tagungen bieten die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu informieren. Die Mitglieder setzen sich gemeinsam mit den Entwicklungen der Kirche und Gesellschaft des eigenen Landes wachsam und dialogfähig auseinander.

    Neben Mutterhäusern aus Deutschland sind Mutterhäuser aus Frankreich, Österreich, Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen, Polen, Ungarn, Italien, Schweiz, Brasilien, USA, Japan, Südkorea und Indien in der Generalkonferenz vertreten.

    © Diakonissen Speyer-Mannheim