Vielfalt leben: Fachschule beteiligt sich am Trialog der Kulturen
Als eine von acht Schulen in Rheinland-Pfalz nimmt die Fachschule für Sozialwesen am Schulenwettbewerb der Herbert-Quandt-Stiftung teil und beschäftigt sich mit dem Thema „Fremde - Heimat - globale Welt“ - und damit mit einer 2010 hoch aktuellen Fragestellung.
Diskutierte Deutschland im Jahr 2010 über Integration, wurde der Trialog der Kulturen bereits 2005 ins Leben gerufen, um die Verständigung zwischen Judentum, Christentum und Islam in Deutschland zu fördern. Im Schuljahr 2010-2011 wurde der Wettbewerb erstmals auch in Rheinland-Pfalz ausgeschrieben. In der Fachschule entwickelten Schulleiter Pfarrer Matthias Kreiter und Kunstlehrerin Claudia Straub-Lekszas mit dem Kollegium eine Projektidee, die von der Jury ausgewählt wurde und die Zusage zur Teilname erhielt. Die Herbert-Quandt-Stiftung fördert die Durchführung des Projekts mit 3.500 Euro, das rheinland-pfälzische Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützen den Wettbewerb.
Das Speyerer Projekt unter dem Titel „Lebensräume - Lebensträume: Vielfalt leben!“ hat seit Schuljahresbeginn bereits einige Spuren in der Fachschule für Sozialwesen hinterlassen. So wird das Thema interreligiöse Erziehung in verschiedenen Fächern in den Unterricht integriert. Im Laufe des Schuljahres beschäftigen sich die vier Erzieherklassen mit den drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam. Vor allem ist das Projekt im Religions- und Kunstunterricht angesiedelt, flankiert von den Bereichen Musik und Spielerziehung.
Die Schulklassen bringen ihre Projektideen unter anderem in die Gestaltung des neuen Andachtsraumes ein. Der ehemalige Raum der Stille im Schulzentrum wurde dafür zum Projektraum: Das Zimmer wurde geräumt und weiß gestrichen, um als „Wissens- und Erfahrungsraum“ immer wieder neu gefüllt zu werden, bis es ab Sommer 2011 als neu gestalteter Andachts- und Gebetsraum zur Verfügung steht. „Ziel der Neugestaltung ist, der eigenen christlichen Identität Heimat zu geben und dabei die Herkunft, also das Judentum, sowie aktuelle religiöse Fragestellungen wie interreligiöse Erziehung und den Umgang mit dem Islam zu berücksichtigen“, erklärt Claudia Straub-Lekszas das Vorhaben.
Auch die Projekttage der Schule standen in diesem Jahr ganz im Zeichen des Trialogs der Kulturen. Die Angebote an die Schülerinnen und Schüler waren vielfältig und reichten von Kochkursen über eine Exkursion zu Friedhöfen und das Thema Integration durch Sport bis zu Besuchen und Recherchen zur aktuell diskutierten Integrationsproblematik. Eine Gruppe beschäftigte sich mit religiöser Popmusik, lud einen türkischen Liedermacher ein und komponierte ein eigenes Lied mit dem Titel „Gott hasst Gotteskrieger“. Einen besonderen Höhepunkt stellte ein Konzert der bekannten Klezmer-Gruppe „Django Beinhard“ dar, das Pfarrer Matthias Kreiter organisierte. Neben zahlreichen weiteren künstlerischen, literarischen und musikalischen Projekten, die teilweise auch in Kindertagesstätten durchgeführt wurden, sorgte zum Abschluss der Trialog-Tage eine Straßentheatergruppe in der Innenstadt für Aufsehen.
Die Pläne bis zum Schuljahresende sind ebenso bunt wie die Projekte der ersten Schuljahreshälfte und beinhalten unter anderem am 11. März 2011 einen Markt der Möglichkeiten. Am Ende des Schuljahres bewertet eine Jury unabhängiger Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Religion und Schulverwaltung die Projekte, und den gelungensten Beiträgen bundesweit winken insgesamt 60.000 Euro Preisgeld. „Es wäre natürlich schön, wenn auch die Jury unsere Projektarbeit anerkennen würde“, sagt Schulleiter Kreiter über die Teilnahme. „Aber wir nehmen nicht wegen eines möglichen Preisgeldes teil, sondern weil die interkulturelle Bildung und Beschäftigung mit den Religionen unseren Unterricht bereichern und den Schülerinnen und Schülern darüber hinaus viel Freude bereiten.“
Informationen zum Trialog der Kulturen finden sich auch unter www.herbert-quandt-stiftung.de
Abschlussbericht zum Trialog-Projekt
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